Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

Etwa 200 Millionen Mädchen weltweit von Genitalverstümmelung betroffen

Laut aktuellen Schätzungen von UNICEF sind etwa 200 Millionen Mädchen und junge Frauen von Genitalverstümmelung betroffen – einer massiven Menschenrechtsverletzung. Darauf wies die Stiftung Weltbevölkerung anlässlich des Internationalen Tags gegen Genitalverstümmelung am 6. Februar hin.

Die grausame Praxis ist vor allem in Ländern Afrikas und des Mittleren Ostens verbreitet. Die Mädchen sind bei dem Eingriff meistens nicht einmal 15 Jahre alt und leiden häufig lebenslang unter den Folgen – etwa durch Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei der Geburt. Viele sterben auch daran.

„Erfreulich ist, dass die Verbreitung der grausamen Praktik in den letzten Jahren etwas zurückgegangen ist“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. „Doch noch immer werden weltweit jedes Jahr Millionen Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt, in einigen Ländern wie Mali und der Elfenbeinküste sind die Zahlen sogar gestiegen. … Gesetze allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, Mädchen und Frauen gleiche Rechte einzuräumen. Wenn die Menschen in den Gemeinden nicht einsehen, dass die Genitalverstümmelung schwerwiegende Folgen für die Mädchen hat, wird diese grausame Tradition fortgesetzt.“

(Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, 5.2.2016; Deutsche Liga für das Kind, 11.2.2016)

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 15.02.2016