Bayern

Förderprogramm zur Sicherung kleinerer Geburtshilfestationen ist gestartet

Die zweite Fördersäule des bayerischen „Zukunftsprogramms Geburtshilfe“ zur Sicherung kleinerer Geburtshilfeabteilungen im ländlichen Raum ist gestartet. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml Mitte September hingewiesen.

Die Ministerin erläuterte: „Im Rahmen der zweiten Fördersäule, die im September 2019 gestartet ist, werden Landkreise und kreisfreie Städte im ländlichen Raum finanziell unterstützt, die Defizite kleinerer Geburtshilfestationen auszugleichen. Dafür stehen insgesamt 21,5 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Diese Fördermittel werden ab jetzt erstmalig für Defizite ausgezahlt, die in Geburtshilfeabteilungen im Jahr 2018 entstanden sind.“

Voraussetzung ist, dass die Krankenhäuser wegen ihrer vergleichsweise geringen Geburtenzahl (zwischen 300 und 800 pro Jahr) besondere Schwierigkeiten haben, auskömmlich zu wirtschaften, sich aber mit einer Versorgung von mindestens 50 % der Schwangeren in der jeweiligen Kommune gleichzeitig als Hauptversorger in ihren Regionen etabliert haben. Der Freistaat übernimmt dann im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel bis zu 85 % des auf die Geburtshilfe entfallenden Defizits, maximal jedoch 1 Million Euro je Haus.

Die erste Säule, die im September vergangenen Jahres gestartet ist, legt einen Schwerpunkt auf die Unterstützung der Kommunen bei der Sicherstellung der geburtshilflichen Hebammenversorgung. So können Landkreise und kreisfreie Städte bereits ab dem Jahr 2018 für jedes neugeborene Kind eine Förderung von bis zu 40 Euro erhalten.

Im Rahmen des Förderprogramms entstehen in vielen Kommunen Hebammenzentralen oder Hebammennotfalldienste. Darüber hinaus schaffen verschiedene Kommunen auch finanzielle Anreize über Ausbildungsstipendien für künftige Hebammen, Willkommensprämien für Wiedereinsteiger, bis hin zu „Sommerlochboni“ bei Übernahme von Wöchnerinnen in der Urlaubszeit.

Auch die vorgesehene Möglichkeit zur Kooperation zwischen Kommunen bei Konzeption und Durchführung entsprechender Vorhaben wird rege genutzt: Damit können auch werdende Mütter in den Landkreisen unterstützt werden, in denen keine eigene Geburtshilfestation liegt. Sie können die Geburtshilfe in benachbarten Kommunen in Anspruch nehmen.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, 17.9.2019

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 11.10.2019