Nebenwirkungen der Pille

Frau verklagt Pharmakonzern

Thrombose ist nach Angaben von ExpertInnen wie dem Ärzteausschuss Arzneimittelsicherheit eine seit langem bekannte Nebenwirkung der Pille.

Die Thrombose-Gefahr ist nach Ansicht von MedizinerInnen besonders im ersten Jahr nach der erstmaligen Einnahme eines auf Hormonen basierten Verhütungsmittels hoch.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn rät Frauen, sich möglichst früh und ausführlich über die Risiken der Pille und anderen Arzneimitteln zu informieren und sich ärztlich beraten zu lassen. Hierfür gebe es vom Institut eine Checkliste, die PatientInnen und MedizinerInnen gleichermaßen unterstützen soll. ÄrztInnen sollten sich für die Beratung der Frauen Zeit nehmen und besonders junge Erstanwenderinnen ausführlich über Risiken aufklären.

Die Aufklärungsarbeit der Behörden zeige Wirkung, sagt ein Sprecher des Bundesinstituts. Die Verordnungen der Arzneimittel mit dem Thrombose-Risiko seien in Deutschland zwischen 2014 bis 2017 um 53 Prozent zurückgegangen.

Wie aktuell die Diskussion um Nebenwirkungen der Pille sind, zeigt der bereits seit Jahren laufende juristische Streit um eine mögliche Gesundheitsgefahr der Pille "Yasminelle". Eine 34 Jahre alte Frau macht die Pille mit dem Wirkstoff Drospirenon für gesundheitliche Probleme und ein hohes Thrombose-Risiko verantwortlich. Nach der Einnahme habe sie im Juni 2009 eine beidseitige Lungenembolie sowie einen Kreislaufzusammenbruch mit Herzstillstand erlitten und sei fast gestorben. Noch heute leide sie unter den Folgen. Sie fordert von Bayer Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 200 000 Euro.

Der Pharmakonzern hält nach Angaben einer Sprecherin die in der Klage geltend gemachten Ansprüche für unbegründet (Az.: 1 O 73/12). Ein medizinischer Gutachter hatte am 18. Oktober die Ursache der Gesundheitsprobleme nicht eindeutig klären können. Ein Gericht rief die Kontrahenten nun zu einer Einigung auf.

Der Fall sei komplex und schwierig, sagte die Vorsitzende Richterin. Ein Vergleich vor Gericht oder eine außergerichtliche Einigung sei die beste Lösung. Dafür gebe es Zeit bis zum 20. Dezember. Sonst drohe ein Prozess, der für beide Seiten ein hohes Risiko berge und der noch Jahre dauern könne.

Quelle: dpa, 18.10.2018DHZ

Rubrik: Recht