Bayern

Frauen nach genitaler Beschneidung auskömmlich versorgen

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, für eine auskömmliche Vergütung ärztlicher Leistungen bei der Behandlung von Frauen und Mädchen nach genitaler Beschneidung zu sorgen. Der Minister betonte am 7. Januar in München: »In Deutschland leben immer mehr Frauen und Mädchen, die von einer Genitalverstümmelung betroffen sind. Diese Frauen und Mädchen sind teilweise nicht nur schwer traumatisiert und psychisch belastet, sondern leiden auch an erheblichen Schmerzen. Um die Betroffenen bestmöglich medizinisch zu versorgen, braucht es eine zeitintensive ärztliche Betreuung. Die Ärztinnen und Ärzte müssen kultursensibel mit den Patientinnen umgehen und häufig Sprachbarrieren überwinden.«

Der Minister unterstrich: »Es braucht im Vergütungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung zusätzliche Gebührenordnungspositionen, damit sich die Ärztinnen und Ärzte so viel Zeit für die betroffenen Frauen und Mädchen nehmen können, wie es erforderlich ist – und entsprechend dafür entlohnt werden.« Holetschek fügte hinzu: »Ich habe Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach daher in einem Schreiben gebeten, auf die Selbstverwaltung auf Bundesebene einzuwirken, um endlich eine auskömmliche Vergütung für die Ärztinnen und Ärzte zu schaffen – zum Wohl der Patientinnen.“

In Bayern stehen Frauen und Mädchen, die von einer genitalen Beschneidung betroffen sind, neben den Gynäkologinnen und Gynäkologen auch weitere Anlaufstellen zur Verfügung. Darunter etwa die institutionalisierte Sprechstunde am Münchner Universitätsklinikum rechts der Isar oder auch die Gesundheits- und Beratungseinrichtung Donna Mobile AKA e.V..

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, 7.1.23 · DHZ

 

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 09.01.2023