Welt-Frühgeborenen-Tag

Frühstart ins Leben gelingt immer besser

Rund 60.000 Babys kommen jedes Jahr in Deutschland vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Die Überlebensrate der Frühgeborenen ist kontinuierlich besser geworden.

„Die meisten überleben gesund“, so Wolfgang Göpel, Leiter des Deutschen Frühgeborenen Netzwerks. Das vom Bund geförderte Netzwerk hat bisher fast 20.000 Frühgeborene erfasst und bereits über 2.000 von ihnen im Alter von fünf Jahren untersucht.

In der Frühgeborenenmedizin gibt es dennoch Verbesserungsmöglichkeiten. Forschungsbedarf sieht Göpel vor allem noch bei der Arzneimittelsicherheit. So haben häufig eingesetzte Medikamente möglicherweise langfristig negative Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung. Der IQ lässt sich erst ab einem Alter von fünf Jahren messen.

Bundesweit haben die Perinatalzentren derzeit Schwierigkeiten, ausreichend Fachpersonal zu finden. Zuletzt hatte die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) berichtet, dass sie in diesem Jahr 298 schwerkranke Kinder aus anderen Häusern nicht aufnehmen konnte, weil es nicht genug Intensivpflegekräfte gibt.

In Deutschland gab es 2017 insgesamt 165 Perinatalzentren der Stufe 1 und 46 der Stufe 2. Bei der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist die Frühgeburt schon während der Schwangerschaft absehbar und damit planbar. Die Eltern können sich unter anderem mit Hilfe der Internetseite > www.perinatalzentren.org eine passende Klinik aussuchen.

Quelle: dpa, 11.11.2018