Brustkrebsgene

Fünf Gene erhöhen Risiko auf dreifach negatives Mammakarzinom

Etwa 15 % aller Patientinnen mit europäischem Hintergrund haben ein dreifach negatives Mammakarzinom („triple negative breast cancer“, TNBC). Dieser Tumor zeichnet sich durch ein aggressiveres Wachstum und eine schlechtere Prognose aus, auch wenn er bei rechtzeitiger Operation und adjuvanter Chemotherapie heilbar ist. An einem TNBC erkranken vor allem jüngere Frauen, was auf eine genetische Prädisposition hindeutet.

Die Krebszellen des dreifach negativen Mammakarzinoms („triple negative breast cancer“, TNBC) haben auf ihrer Oberfläche keine Rezeptoren für die Hormone Östrogen oder Progesteron oder HER2 (human epidermal growth factor receptor type 2). Die Tumore sprechen deshalb nicht auf eine Behandlung mit Antihormonen wie Tamoxifen oder den HER2-Antikörper Trastuzumab an, was die Heilungschancen vermindert.

Bekannt war eine Assoziation mit BRCA1 und etwas schwächer auch mit BRCA2, den häufigsten Brustkrebsgenen. Mittlerweile sind weitere Risikogene bekannt, was ein Team um Fergus Couch von der Mayo Clinic in Rochester veranlasste, Gentests an Blutproben von 10.901 Patientinnen mit TNBC durchzuführen: Bei 8.753 Patientinnen wurde nach 21 Risikogenen gesucht, bei den anderen 2.148 Patientinnen erfasste der Test 17 Gene.

Ergebnis: Insgesamt 5 Gene (neben BRCA1, BRCA2 waren dies BARD1, PALB2 und RAD51D) waren mit einem mehr als 5-fach erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. Diese Frauen sollten deshalb nach der Behandlung auf das Auftreten weiterer Mammakarzinome (etwa in der anderen Brustdrüse) untersucht werden.

Auch die weiblichen Verwandten oder Frauen mit einem ungewöhnlich früh auftretenden Brustkrebs sollten sich testen und bei einem positiven Testergebnis regelmäßig untersuchen lassen. Shimelis H et al.: Triple-Negative Breast Cancer Risk Genes Identified by Multigene Hereditary Cancer Panel Testing. Journal of the National Cancer Institute 2018. 110 (8) 855–862. https://doi.org/10.1093/jnci/djy106 aerzteblatt.de, 8.8.2018 DHZ