Studie aus Bangladesh

Gesundheitliche Folgen der Sectio für Mutter und Kind

Sectioraten nehmen weltweit zu, dabei steigt auch die Rate überflüssiger Sectiones. Diese gehen nicht mit Vorteilen, sondern nachteiligen Auswirkungen auf Mutter und Kind einher. In diesem Fall stellt eine Entbindung per Sectio keine erforderliche geburtshilfliche Intervention dar, sondern eine Intervention, der gefährlichen Komplikationen folgen können. In einem District Bangladeshs (Rajshahi) wurde zu diesem Thema eine Fall-Kontrollstudie zwischen Mai und August 2019 durchgeführt. Die Studiengruppe umfasste 300 Frauen nach einer Sectio, die Kontrollgruppe 300 Frauen nach einer Spontangeburt. Alle Frauen wurden anhand eines strukturierten Fragebogens per Face-to-face-Interview befragt.

Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 25,1 Jahre mit einem Durchschnittsgewicht von 53,1 kg. Frauen hatten nach einer Sectio im Vergleich zu einer Spontangeburt ein erhöhtes Risiko für Kopfschmerzen, Hüftprobleme, Probleme bei der Verrichtung täglicher Arbeiten und Stillprobleme. Kinder hatten häufiger Atemprobleme, waren krankheitsanfälliger und zeigten häufiger Verhaltensauffälligkeiten im Bereich der Nahrungsaufnahme und dem Schlaf.

Die AutorInnen schlussfolgern, dass eine Sectio das allgemeine Gesundheitsrisiko erhöht und zu Verhaltensauffälligkeiten bei Müttern und Kindern führen kann. Sie empfehlen, überflüssige Sectiones zu vermeiden und ein Bewusstsein für die Nachteile dieses Geburtsmodus zu schaffen.

Lesen Sie mir dazu im Schwerpunktthema "Zustand nach Sectio" in DHZ 6/2020, Seite 8ff.

Quelle: Khan MN et al.: Long-term effects of caesarean delivery on health and behavioural outcomes of the mother and child in Banladesh. Preprint. ResearchGate 2020. https://doi.org/10.1101/2020.03.12.2003497 · DHZ

Rubrik: Geburt

Erscheinungsdatum: 05.06.2020