Sachsen

Gründungszuschuss für Hebammen

Sachsen unterstützt freiberufliche Hebammen fortan mit einem Gründungszuschuss von 5.000 Euro. Er gilt für jene, die erstmals oder auch wieder im Freistaat eine solche Tätigkeit aufnehmen, teilte das Sozialministerium am 8. Mai mit. Der Zuschuss ist Teil einer Förderrichtlinie Heilberufe, mit der auch die Weiterbildung von Ärzten unterstützt werden soll.

Der Gründungszuschuss allein reiche nicht aus, sagte Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke und verwies auf einen entsprechenden Antrag seiner Fraktion. Darin habe man Maßnahmen und Zuschüsse zur Sicherstellung von außerklinischen Geburten vorgeschlagen, vor allem in Regionen mit einem Mangel an Angeboten.

Nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamtes wurden in Sachsen 2016 rund 38.000 Babys geboren. Im Landesverband sind nach eigenen Angaben derzeit rund 820 Hebammen organisiert - etwa drei Viertel der Frauen arbeiten zumindest teilweise freiberuflich. Noch geschätzt etwa 70 von ihnen kommen zu einer Geburt auch nach Hause. Genaue Zahlen gibt es nicht. Klarheit soll eine Studie des Gesundheitsministeriums bringen, die in den nächsten Wochen fertig werden soll.

Für ein „Programm zur Sicherung der Hebammenversorgung in Sachsen“ stellt das Land seit 2017 jährlich 175.000 Euro bereit. Die Hebammen selbst bekommen davon nur wenig. Denn das Geld fließt unter anderem in eine Koordinierungsstelle beim Verband. Dort werden laut Landesvorsitzende Stephanie Hahn-Schaffarczyk Schwangere an Hebammen vermittelt - wenn verfügbar. Das funktioniere „wider Erwarten“ gut. Zudem wird von dem Geld freiberuflichen Hebammen eine Aufwandsentschädigung gezahlt, wenn sie Auszubildende bei einem Praktikum betreuen.

Die Stadt Dresden hat für dieses Jahr 50.000 Euro als Hilfe beschlossen für Familienhebammen und -kinderkrankenschwestern sowie Maßnahmen der frühkindlichen Entwicklungsförderung. Damit sollen laut Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Linke) Lücken in der Landesförderung geschlossen werden.

Quelle: dpa, 5.5.2018, 8.5.2018

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 14.05.2018