Mother Hood e.V.

Gutachten zu Geburtsschäden – eine Datenlücke

Der Elternverein Mother Hood e.V. fordert eine anonymisierte, vollständige Statistik mit Einzelfallanalysen für Geburtsschäden in der klinischen und außerklinischen Geburtshilfe. Sie sei entscheidend für eine Diskussion über die Qualität der geburtshilflichen Versorgung.

Geburtsschäden werden in Deutschland nicht flächendeckend erfasst und untersucht. Die aktuelle Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage (> http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/061/1906182.pdf?fbclid=IwAR2ssFO4SSr-hMW07lGxmb1aI6sK3RDMA65oqQl-yylFZYKFFDF_Wkb54Vw) von Bündnis90/Die Grünen vom 26. November 2018 bestätigt die defizitäre Datenlage. Demnach liegen der Bundesregierung nur jene Angaben zu Schäden in der klinischen Geburtshilfe vor, die von den rund 16 % der Beleghebammen verursacht wurden. „Das ist eine enorme Wissenslücke, die eine adäquate Bewertung der Qualität der Geburtshilfe unmöglich macht.“, sagt Franziska Kliemt aus dem Vorstand von Mother Hood e.V.

Die Antwort der Bundesregierung bestätigt ebenfalls, dass die strukturellen Probleme wie Personalmangel und zeitliche Verzögerungen in der Geburtshilfe einen hohen Einfluss auf die Entstehung von Geburtsschäden haben.

Zunächst wird das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) lediglich ein Gutachten vergeben, das„valide Erkenntnisse über die Versorgungssituation der Geburtshilfe“ liefern soll. „Das längst überfällige Gutachten kann jedoch nur ein erster Schritt sein“, so Kliemt. „Wir brauchen valide Datenerhebungen und strukturelle Änderungen, um die Qualität der Geburtshilfe verbessern und vermeidbare Schadensfälle erkennen zu können.“

Mother Hood e. V. hat hierzu dem BMG bereits im Juli 2018 einen 10-Punkte-Plan mit konkreten Lösungsansätzen überreicht (> https://www.mother-hood.de/sichere-geburt/unsere-forderungen-und-loesungsansaetze/was-die-politik-tun-muss.html).

Quelle: Mother Hood, 13.12.2018