Populationsbasierte Studie

Häufigkeit, Trends und Schwere von Hämorrhagien

  • Häufigkeit und Schwere von postpartalen Blutungen nehmen zu: Dabei waren Frauen nach Forzeps-Geburten einer populationsbasierten Studie zufolge am häufigsten von schweren Hämorrhagien betroffen.

  • Auch in Industrienationen nimmt die Häufigkeit und Schwere von Hämorrhagien zu, die in der Folge zu postpartalen maternalen Erkrankungen führen. Für diese populationsbasierte Studie im Bundesstaat Victoria, Australien, wurden die Geburtenregister der Jahre 2003 bis 2013 auf Hämorrhagien durchsucht. Für die Jahre 2009 bis 2013 wurden zusätzlich noch die schweren Hämorrhagien > 1.500 ml genauer betrachtet. 764.244 Geburten > 20. SSW oder > 400 g Kindsgewicht konnten in die Studie eingeschlossen werden.

    21,8 % aller Frauen zwischen 2009 und 2013 erlebte eine verstärkte Nacblutung (> 500 ml) und 1,4 % beziehungsweise eine von 71 Gebärenden erlebte eine schwere Hämorrhagie > 1.500 ml. Die Tendenz ist signifikant zunehmend sowohl bei den leichteren Hämorrhagien als auch bei den schweren Blutungen verbunden mit der häufigeren Anwendung von Transfusionen und intensivmedizinischer Betreuung bis hin zur Hysterektomie.

    Frauen, die ohne professionelle Hilfe ihre Kinder bekamen, zeigten die geringsten Blutungen. Die schwersten Blutungen traten im Zusammenhang mit ungeplanten Sectiones auf. Frauen nach Forzeps-Geburten waren am häufigsten von schweren Hämorrhagien betroffen.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Verlauf der beobachteten Zeit die Hämorrhagien, auch die schweren Blutungen und die daraus resultierenden Erkrankungen der Mütter zunahmen.

    Quelle: Flood M et al.: Incidence, trends and severity of primary postpartum haemorrhage in Australia: A population‐based study using Victorian Perinatal Data Collection data for 764 244 births. ANZJOG 22 Mai 2018. https://doi.org/10.1111/ajo.12826 DHZ

     

     

     

     

    Rubrik: Geburt