German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG)

Häusliche Gewalt darf nicht unerkannt bleiben

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) hat eine überarbeitete Stellungnahme zum Thema »Gewalt gegen Frauen« herausgegeben.

Die Wahrscheinlichkeit, im ärztlichen Alltag gewaltbetroffenen Frauen zu begegnen, sei hoch. 38 bis 66 % der gynäkologischen Patientinnen einer skandinavischen Studie hätten körperliche Gewalt erlebt, 17 bis 33 % sexuelle Gewalt. In der Gynäkologie und Geburtshilfe treten die Gewaltfolgen nicht nur als chronische körperliche und psychische Beschwerden zutage. Eine nicht unerhebliche Zahl von Frauen ist außerdem in Covid 19-Zeiten, aufgrund erhöhter Zeit in den eigenen vier Wänden, von häuslicher Gewalt betroffen und benötigt Unterstützung, um sich und gegebenenfalls auch ihre Kinder der Bedrohung zu entziehen. Da gewaltbetroffene Frauen viel häufiger unter gynäkologischen Beschwerden leiden als andere Frauen und die Gewalt oftmals in der Schwangerschaft oder in den Monaten nach einer Geburt ihren Anfang nimmt, ist das Thema für die FachkollegInnen der Gynäkologie und Geburtshilfe relevant.

Die neu erschienene Stellungnahme »Gewalt gegen Frauen« ist eine Aktualisierung der DGGG-Stellungnahme von 2010. Sie wurde gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (DGPFG) erstellt und ist als Handlungsempfehlung für das konkrete Vorgehen in der (frauen-)ärztlichen Praxis gedacht.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V., 12.8.2020

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 13.08.2020