Sachsen

Hebammen beklagen sich über schlechte Arbeitsbedingungen

In sächsischen Kreißsälen fehlt Personal. Außerdem beklagen Hebammen schlechte Arbeitsbedingungen. Das sind zwei Ergebnisse aus aktuellen Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages, die von der sächsischen Politikerin Sabine Zimmermann (Die Linke) angefordert wurden. Sie hat im Bundestag den Vorsitz im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Bei der Befragung gab mehr als die Hälfte der festangestellten Hebammen in Sachsen an, zwei Gebärende gleichzeitig zu betreuen. Jede Fünfte hat es mit drei gebärenden Frauen zu tun. In Schichten mit besonders vielen Geburten müssen sich 30 % der Hebammen sogar um vier Frauen gleichzeitig kümmern. Die von Fachgremien empfohlene Eins-zu-eins-Betreuung ist eher die Ausnahme (17,5 %).

„In der Studie, die den Gutachten zugrunde liegt, beklagen Hebammen, dass sie die gebärenden Frauen nicht so betreuen könnten, wie sie es fachlich für richtig hielten. Die Arbeitsbelastung in den Geburtsstationen sei sehr hoch“, erklärte Zimmermann. Im Schnitt leisteten die Hebammen 15 Überstunden im Monat. Ein Viertel der Hebammen denke über einen kompletten Ausstieg aus dem Beruf nach.

Quelle: dpa, 29.9.2019

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 11.10.2019