Niedersachsen

Hebammenverband fordert zügige Einführung von Studiengängen

Der Hebammenverband Niedersachsen e.V. fordert die zügige Einführung von Studiengängen für Geburtshelferinnen in Niedersachsen. Hintergrund ist die Reform der Hebammenausbildung in Deutschland.

Notwendig sei die schnelle Einführung von Studiengängen in Osnabrück, Oldenburg, Hannover und Hildesheim/Göttingen, sagte die Landesvorsitzende des Hebammenverbandes, Veronika Bujny.

Schon jetzt sei die Versorgung mit freiberuflichen und festangestellten Hebammen in Niedersachsen nicht ausreichend, erklärte Bujny. In den nächsten acht Jahren gehen ihr zufolge ein Viertel der jetzt 2.000 Hebammen in Niedersachsen in den Ruhestand.

Das Ende der Ausbildung an Fachschulen sei für 2020 absehbar, und damit sei dieses Auslaufmodell für Berufsinteressierte unattraktiv. InteressentInnen würden dann eher auf die Studiengänge warten, mit der Folge, dass sich die Versorgung mit Fachkräften zunächst weiter verschlechtern dürfte. Andere Bundesländer seien attraktiver: Bremen und Hamburg böten bald einen Studiengang, und unter anderem in Lübeck, Fulda, Bochum und Berlin gebe es bereits entsprechende Angebote.

Ein bereits in Osnabrück existierender Studiengang sei nur ein auf eine Fachschulausbildung aufsattelnder Studiengang. In Osnabrück müsse daher auch ein primärqualifizierender Studiengang eingerichtet werden.

Die Landesregierung geht davon aus, dass für Niedersachsen rund 190 Studienplätze notwendig sind, um den Bedarf zu decken. Allerdings reagieren die Ressorts auf die Forderung, schnellstmöglich Studienplätze zu schaffen, eher verhalten. Die entsprechende Planung richte sich nach rechtlichen Rahmenbedingungen, passenden Hochschulstrukturen und ausreichenden Finanzierungsmöglichkeiten, teilte eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums mit.

Quelle: dpa, 23.4.2019