Deutsche AIDS-Hilfe

HIV-Behandlung für Menschen ohne Aufenthaltspapiere

Die von der Deutschen AIDS-Hilfe ins Leben gerufene Bundesinitiative „HIV und Migration“ hat am 18. Juli vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin zur Demonstration für den Zugang von Menschen ohne Aufenthaltspapiere zur Gesundheitsversorgung aufgerufen.

Anlass der Demonstration war der Beginn der Internationalen AIDS-Konferenz in Durban unter dem Motto „Access Equity Rights Now“ („Zugang für alle – Gerechtigkeit jetzt!“).

Dazu erklärt Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe: „,Zugang für alle’ muss auch in Deutschland gelten. Auch hierzulande sind noch Menschen mit HIV von der Therapie ausgeschlossen – mit dramatischen Folgen für ihre Gesundheit, manchmal bis hin zum Tod. Der Zugang dieser Menschen zur Behandlung ist eine Frage der Menschenrechte. Da die Therapie auch die Übertragung von HIV verhindert, lassen sich so zudem weitere HIV-Infektionen verhindern. Menschlichkeit und Vernunft gebieten, diese Versorgungslücke sofort zu schließen.“

Zwar haben MigrantInnen ohne Aufenthaltspapiere formal Anspruch auf Behandlung, nehmen diese aus berechtigter Angst vor Abschiebung jedoch oft nicht in Anspruch – bis vermeidbare, potenziell tödliche Erkrankungen auftreten. Denn wenn die Betroffenen oder medizinische Einrichtungen einen Krankenschein für die Kostenerstattung beantragen, ist das Sozialamt verpflichtet, sie bei der Ausländerbehörde zu melden.

Dringend nötig ist aus diesen Gründen die Möglichkeit, eine vollwertige Gesundheitsversorgung anonym in Anspruch zu nehmen.

(Deutsche AIDS-Hilfe, 18.7.2016)

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 15.08.2016