Brandenburg

Hohe Nachfrage setzt Hebammen unter Druck

Steigende Geburtenzahlen, erhöhter Betreuungsbedarf der Frauen und Mehraufwand durch kürzere Aufenthalte in den Kliniken – Brandenburgs Hebammen geraten immer mehr unter Druck. „Die Lage in den Entbindungsstationen ist manchmal unverantwortlich“, beobachtet die Vorsitzende des Hebammenverbands Brandenburg Martina Schulze. Wegen Personalmangels ist bereits der Kreißsaal der Havelländischen Kliniken in Nauen geschlossen. Schulze hält es für möglich, dass sich so etwas auch an anderen Standorten ereignen könnte.

In den derzeit 24 märkischen Kreißsälen gebären rund 98 Prozent der schwangeren Brandenburgerinnen. Die im Drei-Schicht-System in den Kliniken tätigen etwa 260 GeburtshelferInnen arbeiteten häufig an der Untergrenze der Personalbesetzung. Wegen der steigenden Geburtenzahlen komme es immer wieder vor, dass eine Hebamme mehr als zwei Frauen betreuen müsse, „manchmal sogar vier“.

Auch etliche der rund 400 freiberuflichen Hebammen seien oftmals „deutlich mehr als 40 Stunden die Woche unterwegs, manchmal bis zu 60 Stunden“. Mittlerweile hat sich die Lage so zugespitzt, dass Hebammen in Stellenanzeigen händeringend – wie im Falle des Klinikums Brandenburg – sogar mit Prämien gesucht werden.

Um die prekäre Lage in der Geburtshilfe zu verbessern, will die rot-rote Koalition in Brandenburg in den kommenden zwei Jahren 900.000 Euro bereitstellen. Finanziert werden sollen davon eine regelmäßige Bedarfsplanung, ein Portal zur Suche und Vermittlung von Hebammen sowie finanzielle Hilfen bei der Einrichtung von Praxen und Fortbildungen.

Quelle: dpa, 11.11.2018

Rubrik: Regionales