Berufsverband der Kinder- und JugendärztInnen

Impfpflicht gegen Masern gefordert

  • Der Berufsverband der Kinder- und JugendärztInnen fordert entgegen der Auffassung des Deutschen Ethikrates eine allgemeine Impfpflicht.

  • Der Berufsverband der Kinder- und JugendärztInnen zeigt sich davon überzeugt, dass die Masern in Deutschland ohne eine Impfpflicht nicht ausgerottet werden können. Er wandte sich Ende Juni entschieden gegen die Einschätzung des Deutschen Ethikrates, dass die von der Bundesregierung geplante Impfpflicht in Kitas und Schulen nicht gerechtfertigt sei. Es sei wirklichkeitsfremd, wenn das Gremium zwar die moralische Pflicht zur Impfung anerkenne, die rechtliche Pflicht aber ablehne, erklärte der Verband.

    Kinder- und JugendärztInnen verwendeten einen großen Teil ihrer Arbeit darauf, Eltern über Nutzen und Risiken aufzuklären, Impfbücher zu kontrollieren und an ausstehende Impfungen zu erinnern. Aber es gebe viele Eltern, die erst gar nicht in die Praxen kämen oder die ihren Kindern nicht die wichtige Zweitimpfung geben ließen, erklärte der Verband. „Das Ansteckungsrisiko für ihre eigenen Kinder und erst recht für andere Kinder übersehen diese Eltern“, kritisierte der Berufsverband.

    „Daher fordern wir: So wie es eine allgemeine Schulpflicht zum Wohle der Kinder und der ganzen Gesellschaft gibt, sollte es auch eine allgemeine Impfpflicht geben, nachdem alle gut gemeinten Aufklärungskampagnen der letzten Jahre nicht dazu geführt haben, die Masern in Deutschland auszurotten.“

    Der Ethikrat hatte erklärt, die Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen sei wegen der hohen Impfquoten in diesen Altersgruppen nicht gerechtfertigt. Grundsätzlich sei es keine reine Privatangelegenheit, ob man sich gegen eine hochansteckende Infektionskrankheit impfen lasse. Angesichts einer solchen „moralischen Pflicht“ sei aber zu prüfen, für wen auch eine Rechtspflicht erforderlich sei.

    Nach dem Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll eine Impfpflicht gegen Masern ab März 2020 für Kinder und das Personal in Kitas und Schulen kommen, außerdem für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen.

    Quelle: dpa, 29.6.2019 DHZ

    Rubrik: 1. Lebensjahr