Gemeinsamer Bundesausschuss

Informationsbroschüre zum NIPT beschlossen

  • Für die künftige Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung hat der Gemeinsame Bundesausschuss eine entsprechende Versicherteninformation beschlossen.

  • Für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) gibt es nun eine verpflichtende Informationsbroschüre. Der Gemeinsame Bundesausschuss beschloss eine »Versicherteninformation«, die als fester Bestandteil der ärztlichen Aufklärung und Beratung eingesetzt werden soll.

    Die Broschüre, die vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erarbeitet worden ist und 24 Seiten umfasst, soll künftig zusätzlich zur ärztlichen Beratung vor der Anwendung des nicht invasiven Testes eingesetzt werden. Der Beschluss wurde Mitte August dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorgelegt, das zwei Monate Zeit für eine mögliche Beanstandung hat. Der grundsätzliche Beschluss von 2019 über die Aufnahme der NIPT in die GKV-Versorgung hatte das Ministerium nicht beanstandet. Danach müssen sich Vertreter:innen von Krankenkassen und niedergelassenen Ärzt:innen binnen sechs Monaten auf entsprechende Abrechnungsziffern einigen. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 kann die Richtlinie in Kraft treten.

    In der nun erstellen Versicherteninformation werde nun auf die Häufigkeit von Trisomien, auf die Bewertungen der Ergebnisse des Tests sowie mögliche Hilfsangebote verwiesen. Ebenso gibt es in der Borschüre einen Verweis auf das Schwangerschaftskonfliktgesetz, in dem Schwangerschaftsabbrüche geregelt sind, so der unparteiische Vorsitzende des G-BA, Josef Hecken.

    Monika Lelgemann, Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses Methodenbewertung, lobte die gute Zusammenarbeit mit dem IQWiG zur Erstellung der Versicherteninformation. Die Vertreter:innen der Patient:innen im G-BA bestätigten in der Plenumsdebatte, dass »der G-BA hier sehr sorgfältig beraten hat«, so Martin Danner von der BAG Selbsthilfe.

    Die Forderung der Patient:innenvertretung, noch eine weitere Broschüre des IQWiG zur allgemeinen Information über alle pränatalen Untersuchungsmöglichkeiten in die Mutterschaftsrichtlinie aufzunehmen, lehnten die Vertreter:inn von Krankenkassen, Ärzteschaft sowie die drei Unparteiischen ab.

    Quelle: dpa, 19.80.2021 ∙ aerzteblatt, 19.8.2021 ∙ DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 20.08.2021