Sachsen-Anhalt

Jugendämter nehmen 2020 mehr Kinder und Jugendliche in Obhut

In Sachsen-Anhalt haben die Jugendämter 2020 rund 1.400 Kinder und Jugendliche zu ihrem Schutz in Obhut genommen. Das waren rund 140 oder 11 % mehr als 2019, wie das Statistische Landesamt am 21. Dezember mitteilte. Eine Inobhutnahme kommt dann infrage, wenn eine dringende Gefahr für ein Kind oder einen Jugendlichen besteht. In dem Fall sorgt das Jugendamt für eine vorläufige Unterbringung etwa in einer Einrichtung oder bei einer geeigneten Person.

Der Statistik zufolge überprüften die Behörden 2020 rund 4.700 Mal, inwieweit eine Gefährdung für das Wohl der Kinder und Jugendlichen vorlag. Das waren fast 30 % mehr Überprüfungen als 2019 mit rund 3.620 Kontrollen. Bei rund 1.580 Überprüfungen erwies sich der Verdacht 2020 den Angaben zufolge als unbegründet, rund 3.120 Mal aber nicht. Das heißt, es bestand Hilfs- oder Unterstützungsbedarf in den Familien (59,2 %), wenn nicht gar eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung, wie aus den Angaben des Statistischen Landesamtes hervorgeht.

Vor allem während des ersten Lockdowns in der Corona-Pandemie waren deutlich weniger Kinderschutzfälle durch die Schulen und Kitas angezeigt worden. In der Gesamtjahresbilanz meldeten Nachbarn und Verwandte 2020 mit rund 1.800 Gefährdungseinschätzungen die meisten Fälle, wie die Statistiker:innen mitteilten.

Quelle: dpa, 21.12.2021 · DHZ

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 23.12.2021