Bangladesch

Jungfräulichkeit soll zur Privatsache werden

Wenn Frauen in Bangladesch heiraten, sollen sie auf muslimischen Heiratsurkunden künftig nicht mehr angeben müssen, ob sie „Jungfrau“ sind. Das oberste Gericht des mehrheitlich muslimischen Landes entschied, muslimisches Familienrecht entsprechend zu ändern. Es soll nun heißen, dass die Frauen vorher „unverheiratet“ waren.

Frauenrechtsorganisationen, die die Bestimmung vor Gericht gebracht hatten, werteten das Urteil als großen Erfolg für Frauen in Bangladesch, so Anwältin Ayesha Akhter. „Ob eine Frau Jungfrau ist oder nicht, ist reine Privatsache.“

Derzeit müssen Frauen beim Heiraten angeben, ob sie eine „Kumari“ sind - ein Begriff der „unverheiratete Frau“, aber auch „Jungfrau“ bedeutet. In Zukunft soll ein Wort verwendet werden, das sich nur auf unverheiratete Frauen bezieht.

Auch Ehemänner müssen künftig ihren Status preisgeben, wie das Gericht laut örtlichen Medien nach dem Urteil am 25.8.2019 mitteilte. Bisher mussten sie sich nicht dazu äußern. Männer können auch angeben, dass sie bereits verheiratet sind. Unter muslimischem Recht können Männer mehrere Frauen haben. Wann die Änderungen in Kraft treten, ist unklar.

Quelle: dpa, 27.8.2019 DHZ

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 28.08.2019