Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

Klare Forderungen zum Welt-Down-Syndrom-Tag

  • Zum Welt-Down-Syndrom-Tag hat der Verein Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. deutliche Forderungen bezüglich des NIPT gestellt.

  • Die Bundesvereinigung Lebenshilfe stellt zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März klare Forderungen. Menschen mit einer Trisomie 21 hätten Angst und fühlten sich durch vorgeburtliche Bluttests diskriminiert. Ob ein ungeborenes Baby eine Trisomie 21 hat, kann heute zu einem frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft festgestellt werden. Laute das Ergebnis Down-Syndrom, werde die Schwangerschaft in den meisten Fällen abgebrochen. Dabei sei ein solcher Bluttest nicht zuverlässig, vor allem bei jüngeren Frauen gebe es einen hohen Anteil an falschen Resultaten. Daher müsse vor der Untersuchung eine Beratung stehen, damit klar ist, was der Test kann und was nicht. Außerdem dürfe es nicht zu einer Reihenuntersuchung kommen und der Bluttest zum Standardverfahren in der Schwangerschaft werden.

    Mit einem Offenen Brief hatten sich Verbände und Einzelpersonen im Februar an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gewandt und auf die Mängel bei der Beschlussfassung hingewiesen – da er die hohe Zahl falsch positiver Resultate nicht berücksichtige. Anfang März habe die Lebenshilfe als Teil des Bündnisses »Runder Tisch NIPT als Kassenleistung« die Abgeordneten des Deutschen Bundestages angeschrieben und sie aufgefordert, den vorgeburtlichen Bluttest auf Trisomie 21 und andere Trisomien erneut zu beraten. Im Verfahren beim G-BA seien Widersprüche und die in der Bundestagsdebatte vom 11. April 2019 zum Ausdruck gebrachten Überzeugungen der Parlamentarier nicht berücksichtigt. Der G-BA entscheide auf Grundlage der wissenschaftlichen Bewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) über die Kassenfinanzierung des Bluttests. Die bisherigen Ergebnisse würden jedoch befürchten lassen, dass der Test zur Regel in der Schwangerschaft werde – was weder medizinisch sinnvoll noch gesellschaftlich gewollt sei.

    »Ich bin 43 Jahre alt und habe das Down-Syndrom. Ich komme gut zurecht, bin als Schauspieler anerkannt. Aber diese Bluttests machen mir wirklich Angst. Wird es uns dann irgendwann nicht mehr geben? Deshalb fordere ich, dass der Bundestag dazu noch einmal berät«, sagt der Berliner Sebastian Urbanski, der sich ehrenamtlich im Bundesvorstand der Lebenshilfe engagiert. 

    Quelle: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V., 19.3.2021 DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 19.03.2021