Elektronische PatientInnenakte

Kritik an Umsetzung der Datensicherheit

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat vor eingeschränkten Funktionen der elektronischen PatientInnenakte zum geplanten Start 2021 gewarnt. „Dass das Vorhaben jetzt beschleunigt werden soll, kann ich gut verstehen“, so Kelber. „Aber es kann nicht beschleunigt werden auf Kosten von Rechten der Patientinnen und Patienten.“ Es müsse von Anfang an möglich sein, auch nur einzelne Datenbestandteile für ÄrztInnen freizugeben. In der ersten Version der Akte soll es noch nicht umzusetzen sein, dass Versicherte für ÄrztInnen einzeln festlegen können, welche ausgewählten Dokumente diese jeweils einsehen dürfen.

Es müsse von vornherein ein hohes Vertrauen und echte Freiwilligkeit geben, betonte Kelber. Dazu gehöre auch, nicht vor die Frage eines „Alles oder nichts“ gestellt zu werden. Dies wäre eine Einschränkung für die PatientInnen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will nach jahrelanger Diskussion Tempo bei der Digitalisierung machen. Für E-Akten mit ärztlichen und anderen Daten, die alle Versicherten ab 1. Januar 2021 zur freiwilligen Nutzung angeboten bekommen sollen, ist daher eine erste Version vorgesehen. Dabei sollen PatientInnen festlegen können, welche Daten hineinkommen und welcher Arzt oder welche Ärztin darauf zugreifen darf.

Differenzierte Zugriffe je nach Arzt beziehungsweise Ärztin nur für bestimmte Dokumente sind demnach bis 2021 aber technisch noch nicht zu schaffen und sollen „zügig anschließend“ in einem Folgeschritt ermöglicht werden.

Quelle: dpa, 5.8.2019 ∙ DHZ

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 05.08.2019