Gemeinsamer Bundesausschuss

Kryokonservierung wird Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung

  • Bei der Kryokonservierung werden Ei- oder Samenzellen entnommen und die Zellen in flüssigem Stickstoff eingelagert.

  • Gesetzlich Versicherte können ab dem 1. Juli 2021 vor einer potenziell keimzellschädigenden Therapie eine Kryokonservierung und die dazugehörigen medizinischen Maßnahmen in Anspruch nehmen. Bei der Kryokonservierung werden Ei- oder Samenzellen entnommen und die Zellen in flüssigem Stickstoff eingelagert. So soll beispielsweise für Krebspatient:innen die Möglichkeit erhalten bleiben, sich nach einer keimzellschädigenden Therapie mithilfe einer künstlichen Befruchtung ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

    Eine medizinische Indikation zur Kryokonservierung ist bei Behandlungen gegeben, die nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse keimzellschädigend sein können. Dazu zählt insbesondere die operative Entfernung der Keimdrüsen, eine Strahlentherapie mit zu erwartender Schädigung der Keimdrüsen und potenziell fruchtbarkeitsschädigende Medikationen.

    In welchen Altersgrenzen die GKV die Kosten der Kryokonservierung übernimmt, hat der Gesetzgeber im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) festgeschrieben: bei Frauen bis zum vollendeten 40. Lebensjahr und bei Männern bis zum vollendeten 50. Lebensjahr. Eine untere Altersgrenze ist gesetzlich nicht vorgegeben. Jedoch sind laut Transplantationsgesetz Maßnahmen zur Samenzellgewinnung bei Minderjährigen an deren Einwilligungsfähigkeit gebunden. Ob diese gegeben ist, kann nur im Einzelfall geklärt werden. Für Mädchen und minderjährige junge Frauen bestehen nach aktueller Rechtslage im Zusammenhang mit Arzneimittelzulassungen ebenfalls Einschränkungen. So sind bislang keine Medikamente zur hormonellen Stimulationsbehandlung für Minderjährige von der Arzneimittelbehörde zugelassen. Der G-BA berät derzeit weiter zur Kryokonservierung von Keimzellgewebe sowie zur Frage, unter welchen Voraussetzungen die Kryokonservierung auch für Minderjährige zugänglich gemacht werden kann.

    Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss, 30.6.2021 ∙ DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 30.06.2021