Sachsen-Anhalt

Land lehnt Hebammen-Bonus ab

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt lehnt es »aufgrund der angespannten Haushaltssituation« ab, Hebammen wie in Bayern mit einem jährlichen Bonus in Höhe von 1.000 Euro zu unterstützen. Das hat das Sozialministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Linksfraktionschefin Eva von Angern mitgeteilt. Bayern fördert mit dem Bonus den Angaben zufolge jede freiberuflich tätige Hebamme, die Geburtshilfe anbietet.

Von Angern bezeichnete die Nennung finanzieller Gründe im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur als »aberwitzig«. »Wir haben ein Hebammenproblem in Sachsen-Anhalt. Das Land sollte sich auf die Hebammen zubewegen.« Nötig sei ein breit angelegtes Förderprogramm zur Unterstützung.

Vor mehreren Jahren hatte das Land einen Hebammenfonds aufgelegt. Unterstützt werden sollten neue freiberufliche Hebammen oder Wiedereinsteigerinnen mit einem 5.000-Euro-Zuschuss zur Berufshaftpflichtversicherung. Damals gab es jedoch nur zwei Anträge in zwei Jahren – der Fonds wurde mangels Nachfrage wieder eingestellt. Eine Neuaufnahme des Förderprojektes werde derzeit nicht in Betracht gezogen, erklärte das Sozialministerium.

Quelle: dpa, 7.5.2022 · DHZ

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 09.05.2022