Reproduktionsmedizin

Leihmutterschaft und Embryonenspende auch in Deutschland?

FDP-Politikerin Katrin Helling-Plahr fordert eine Legalisierung von Leihmutterschaften und Embryonenspenden in Deutschland. Das Embryonenschutzgesetz aus dem Jahr 1990 sei längst überholt, da es medizinisch etablierte Verfahren verbiete, schreibt die Bundestagsabgeordnete auf ihrer Homepage. Die Chancen der Reproduktionsmedizin müssten „umfassend nutzbar“ gemacht werden, indem beispielsweise die Eizellen- und Embryonenspende sowie die nichtkommerzielle Leihmutterschaft erlaubt würden.

Laut Embryonenschutzgesetz ist es in Deutschland verboten, einen Embryo einer Leihmutter einzusetzen und das Kind von ihr nur austragen zu lassen. Ebenso ist die gezielte Herstellung von Embryonen mit der Absicht, sie später zu spenden verboten. Der Gesetzgeber will so die geschäftsmäßige Vermittlung von Embryonen unterbinden.

Helling-Plahr sagte dem Tagesspiegel am 12. August: „Wenn beispielsweise eine Frau ein Kind für ihre Schwester oder ihre beste Freundin austragen möchte, weil diese sich zwar ein Kind wünscht, aber selbst keines bekommen kann, wollen wir das ermöglichen.“ Allerdings müssten solche Spenden dann aus uneigennützigen Motiven und nicht gegen Zahlung eines Entgelts erfolgen. Die deutsche Politik sei hier – im Vergleich zu anderen Ländern – „viel zu zögerlich“.

Zudem brauche das Abstammungs- und Adoptionsrecht ein Update, Kinderwunschbehandlungen müssten umfassender bezuschusst werden.

Jede Person, die Verantwortung für ein Kind übernehmen wolle, habe die Unterstützung des Kinderwunsches verdient – unabhängig davon, ob sie ein klassisches Familienbild lebe oder nicht, heißt es nach Tagesspiegel-Angaben in einem Positionspapier Helling-Plahrs.

Quelle: dpa, 12.8.2019DHZ

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 12.08.2019