Genitale Beschneidung

Londoner Arzt verliert Approbation

Ein Arzt in England hat seine Zulassung verloren, weil er zur weiblichen genitalen Beschneidung bereit war. Eine Reporterin hatte den aus Somalia stammenden Mediziner zum Schein um die Beschneidung ihrer 10 und 13 Jahre alten Nichten gebeten und seine Einwilligung mit versteckter Kamera aufgezeichnet. Das zuständige Gericht in Manchester belegte ihn laut der Sunday Times dafür mit einem Praxisverbot.

Der Vorsitzende des medizinischen Kammergerichtes, Anthony Morgan, erklärte, die Aufzeichnung lege nahe, dass der Arzt den Eingriff habe persönlich ausführen wollen, obwohl er sich dessen Illegalität bewusst sei. Im Gespräch habe er weder Fragen des Kinderschutzes noch mögliche Einwände gegen die Praxis der Beschneidung thematisiert.

Der in London und Birmingham praktizierende Arzt war nach der Veröffentlichung des Mitschnitts 2012 festgenommen, dann aber ohne Anklage wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Großbritannien hat die genitale Beschneidung von britischen Staatsbürgerinnen unter Strafe gestellt, unabhängig davon, in welchem Land der Eingriff stattfindet.

(aerzteblatt.de, 2.6.2014/DHZ)

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 04.07.2014