Rheinland-Pfalz

Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung

Vor einem Jahr wurde die „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ in Mainz implementiert. Bei der „Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung“ können sich vergewaltige Frauen und Mädchen ab 14 Jahren nach einem Übergriff schnell und vertraulich an die Ambulanz der Frauenklinik der Universitätsmedizin Mainz wenden. Dort besteht rund um die Uhr die Möglichkeit für ein Informationsgespräch mit anschließender Untersuchung und zudem das Angebot einer vertraulichen Spurensicherung.

„Im ersten Jahr haben rund 20 Frauen das Angebot der genutzt und sich in der Frauenklinik der Unimedizin oder in gynäkologischen Praxen behandeln lassen“, erzählt Vanessa Kuschel vom Frauennotruf Mainz. „20 Frauen mag auf den ersten Blick nicht viel klingen, aber für uns ist diese Zahl sehr hoch, suchen sich doch die wenigsten Frauen direkt nach einer Vergewaltigung Hilfe oder zeigen sie gar sofort an.“

Eine wichtige Rolle spielt auch die Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Mainz: Im Falle einer vertraulichen Spurensicherung werden die Proben für ein Jahr dort gelagert. Entscheiden sich die Frauen in den folgenden Monaten anzuzeigen, und nur dann, werden diese Proben ausgewertet. Andernfalls werden die gelagerten Proben nach einem Jahr vernichtet. Darüber hinaus bietet die Rechtsmedizin Fortbildungen für die am Projekt teilnehmenden ÄrztInnen zum Thema gerichtsfeste Spurensicherung an.

> www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de

Quelle: Universitätsmedizin Mainz, 11.3.2019

Rubrik: Regionales