Baden-Württemberg

Mehr außerklinische Geburten

  • Gab es in Baden-Württemberg aus Sorge vor den Einschränkungen in Krankenhäusern durch die Corona-Pandemie mehr Hausgeburten?

  • Die Zahl der Babys, die nicht in Krankenhäusern zur Welt kommen, steigt in Baden-Württemberg – und zwar deutlich stärker als die der Geburten insgesamt. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt weniger Kinder als im Vorjahr geboren: Es waren 108.024 Babys im Vergleich zu 108.985 im Vorjahr, wie aus einer Antwort des Stuttgarter Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Michael Preusch hervorgeht. Die Zahl der »geplant außerklinisch begonnenen Geburten« stieg dagegen von 1.806 auf 2.096.
    Preusch vermutet, dass aufgrund der Corona-Pandemie das Sicherheitsbedürfnis gestiegen ist. Die Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg Jutta Eichenauer unterstützt diese Vermutung. Paare hätten große Sorge gehabt, dass der Partner beziehungsweise die Partnerin nicht oder nur eingeschränkt bei der Geburt in der Klinik dabei sein dürfe. Die Angst vor Ansteckung oder dauerhaftem Maske-Tragen auf Seiten der Gebärenden sei ebenfalls groß gewesen.
    Aber auch das Bewusstsein der Frauen steige, erklärte die Verbandsvorsitzende. Wer etwa eine traumatische Geburt in einem Kreißsaal erlebt habe, entscheide sich beim nächsten Kind eher für ein Geburtshaus oder für eine Hausgeburt, so Eichenauer.
    Der Anteil von über 1,9 % außerklinischen Geburten im Südwesten liegt höher als der Bundesschnitt von 1,8 %, den die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG) ausweist. Das ist eine Entwicklung, die schon seit Jahren anhält.

    Quelle: dpa, 4.9.2021 · DHZ

    Rubrik: Regionales

    Erscheinungsdatum: 23.09.2021