Brandenburg

Ministerium bereitet finanzielle Förderungen von Hebammen vor

Wie viele andere Berufszweige leiden Hebammen in Brandenburg unter Umsatzeinbußen in der Corona-Zeit. Viele halten sich mit Online-Kursen über Wasser. Aber das funktioniert nicht überall. Mit finanziellen Hilfen will das Gesundheitsministerium nun Brandenburg Hebammen unterstützen. „Für die Umsetzung des „Aktionsplans zur Sicherstellung und dauerhaften Stabilisierung der Versorgung mit Hebammenhilfe“ bereitet das Gesundheitsministerium aktuell Förderinstrumente vor“, teilte die Behörde zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai mit.

Dabei gehe es unter anderem um Gründungsförderung und Fortbildungsförderung. „Wir wollen damit die Arbeits- und die Ausbildungsbedingungen der Hebammen im Land verbessern“, sagte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse. Ab wann die Förderungen beantragt werden können, könne derzeit noch nicht gesagt werden, so Hesse weiter. „Wir arbeiten daran. Die Arbeit von Hebammen ist Schwerpunkt unserer Gesundheitspolitik.“ Außerdem sei ein Gutachten zur Versorgungssituation mit Hebammenhilfe im Land geplant. „Dieses Gutachten ist für die Bedarfsfeststellung von hoher Wichtigkeit - auch im Hinblick auf die anstehende Vollakademisierung der Hebammenausbildung.“

Zum Internationalen Hebammentag hat Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) die Arbeit der Hebammen gewürdigt. „Die Versorgung mit Hebammen für Frauen vor, während und nach der Geburt ihrer Kinder sowie die Arbeitsbedingungen von Hebammen sind von großer Bedeutung“, so Nonnemacher. Die Arbeitsbedingungen hätten sich durch die Corona-Krise ebenfalls erschwert.

„Wir sehen, dass besonders freiberuflich tätige Hebammen unter deutlichen Fallzahleinbußen leiden, da aufgrund der Angst vor einer möglichen Ansteckung Hebammenleistungen derzeit weniger nachgefragt werden“, so die Ministerin. „Werdende Mütter brauchen aber Informationen und Rat.“ Nach Angaben des Hebammenverbandes in Brandenburg bewegten sich die Einkommensverluste bei mancher Hebamme derzeit zwischen 30 und 50 %.

„Bisher werden wir in keiner finanziellen Förderung berücksichtigt“, sagte die Vorsitzende des Verbandes Beatrice Manke. Die Bemühungen um eine Aufnahme unter einen Schutzschirm für medizinische Freiberufler seien erfolglos geblieben, so Manke. Laut der Hebamme gibt es bei den Soforthilfen für freiberufliche Hebammen zu hohe Hürden bei der Nachweispflicht, um Geld zu bekommen. Zwar gelten Hebammen als systemrelevant und haben damit Anspruch auf eine Kita-Notbetreuung. „Das ist jedoch praktisch häufig einfach nicht umsetzbar“, schilderte Manke.

Viele Hebammen würden ihre Angebote wie Geburtsvorbereitungskurse nun verstärkt online anbieten. Laut dem Ministerium können unter anderem Webinare, Videokonferenzen und Telefonate über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden. Problematisch sei laut Manke aber, dass es in einigen Gegenden Brandenburgs Funklöcher gebe. „Da haben einige dann gar keine Möglichkeit, Geld zu verdienen.“

Quelle: dpa, 5.5.2020 DHZ

 

 

Rubrik: Regionales

Erscheinungsdatum: 06.05.2020