Künstliche Befruchtung

MRT ermittelt Überlebenschancen von Embryonen

An der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) wurde ein Magnetresonanztomograf (MRT) entwickelt, der die Biochemie im Inneren von Embryonen sichtbar macht. Mit denBildern sei es möglich, deren Überlebenschance zu beurteilen, bevor sie eingepflanzt werden.

Wenn eine künstliche Befruchtung Erfolg haben soll, kommt es darauf an, dass der überlebensfähigste Embryo ausgesucht wird. Heute schon lässt sich die äußere Form von Embryonen und ihre genetische Verfassung erkennen. Es gibt jedoch bisher keine Möglichkeit, deren innere Struktur zu beurteilen. Wenn das möglich sei, lasse sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein gesundes Kind heranwächst, mit weit größerer Sicherheit bestimmen. "EmbyoSpin" heißt das Gerät, das ÄrztInnen innerhalb von einer Stunde Auskunft über die Überlebensfähigkeit eines Embryos geben soll.

Die Embryonen werden in eine Art Reaktor mit Mikrokanälen injiziert, der per 3D-Druck hergestellt wird. Er hat einen Durchmesser von nur einem Millimeter. Die zugehörige Elektronik befindet sich in einem einzigen Chip. Er erzeugt das Magnetfeld und die Radiowellen, die bestimmte Moleküle im Embryo anregen. Wenn sie auf Normalniveau zurückfallen, senden sie Signale aus, die aufgefangen werden. Daraus entsteht ein Bild der inneren Struktur und Biochemie. Daraus lässt sich die Überlebenschance des Embryos ermitteln. Es ist noch weitere Forschungsarbeit nötig, um die entsprechenden Kriterien festzulegen.

Quelle: pressetext.com, 10.4.2020 · DHZ

Rubrik: Medizin & Wissenschaft

Erscheinungsdatum: 14.04.2020