Infants mortus

MRT statt Autopsie?

Wie genau ist die postmortale Magnetresonanztomografie im Verhältnis zur Autopsie beim Erkennen fetaler Fehlbildungen im zweiten Schwangerschaftstrimester? 34 Kinder nach abgebrochenen Schwangerschaften aus medizinischer Indikation aufgrund von Fehlbildungen wurden mit Einverständnis der Eltern einer MRT-Untersuchung und einer Obduktion durch einen erfahrenen Pathologen unterzogen. 16 Fälle waren mit Fehlbildungen des zentralen Nervensystems (ZNS) verbunden, fünf mit Muskel-Skelettfehlbildungen, je einmal Herz- und Urogenitaltrakt-Fehlbildungen und 11 hatten chromosomale Aberrationen, Infektionen oder komplexe Syndrome. In 15 der 16 ZNS-Fehlbildungen fanden die RadiologInnen alle der klinisch relevantesten Fehlbildungen durch MRT, in den 18 Fällen, die das ZNS nicht betrafen, konnten RadiologInnen mithilfe des MRT 6 deutlich sichtbare Fälle richtig erkennen. Insgesamt waren sich die Radiologie und die Pathologie in ihren Befunden in 21 Fällen einig. Die Übereinstimmung in den Befunden innerhalb der verschiedenen RadiologInnen war mit Cohens Kappa Koeffizienten – einem statistischen Maß für die Interrater-Reliabilität von Einschätzungen von zwei Beurteilern – mit 0,87 hoch.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein MRT die Autopsie der Kinder im zweiten Schwangerschaftsdrittel zuverlässig bei ZNS-Fehlbildungen ersetzen kann. Für die anderen Fehlbildungen ist die Übereinstimmung der Befunde geringer. Aber auch hier könnte ein MRT eine Alternative sein, wenn eine Autopsie für die Eltern nicht in Frage kommt.

Quelle: Hellkvist A et al.: Postmortem magnetic resonance imaging vs. autopsy of second trimester fetuses terminated due to anomalies. AOGS 2019. https://doi.org/10.1111/aogs.13548 ∙ DHZ

 

Rubrik: Schwangerschaft

Erscheinungsdatum: 21.03.2019