Niederlande

Mütterliche Mortalität nach Sectio

  • In einem von zehn Todesfällen nach der Sectio ist dieser operationsbedingt ausgelöst in einer Kette verschiedener Erkrankungen.

  • Die Sterblichkeit von Müttern in Ländern mit hohem Medizinstandard ist glücklicherweise selten. Umso wichtiger ist es, jeden einzelnen Todesfall genau zu betrachten. Ziel der vorliegenden Studie war es, das Verhältnis der maternalen Mortalität im Zusammenhang mit einer Sectio den vaginalen Geburten gegenüberzustellen.

    Das Maternal Mortality and Severe Morbidity Audit Commitee der Niederländischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe untersuchte 2.684.946 Geburten im Zeitraum vom 1. Januar 1999 bis 23. Dezember 2013 in den Niederlanden.

    Das Risiko, nach einem Kaiserschnitt zu sterben, liegt demnach bei 21,9 : 100.000 (86 von 393.443 Sectiones). Demgegenüber liegt das Risiko bei Spontangeburten nur bei 3,8 : 100.000 Geburten (RR 5,7).

    Direkt während der Sectio verstarben 8 der 86 Frauen, die anderen verstarben post operationem in einer Verkettung von Erkrankungen, die letztlich zum Tod führten. Bei 70 der 86 Frauen waren diese bereits zu Beginn des Kaiserschnitts präsent.

    Im Vergleich zur vaginalen Geburt ist das Sterberisiko bei einer Sectio dreimal höher als bei vaginalen Geburten, wenn man die Todesfälle herausnimmt, die nicht unmittelbar mit dem chirurgischen Eingriff in Zusammenhang standen. In 1 von 10 Todesfällen nach der Sectio ist dieser tatsächlich operationsbedingt ausgelöst in einer Kette verschiedener Erkrankungen.

    Quelle: Kallianidis AF et al.: Maternal mortality after cesarean section in the Netherlands. EJOG, 30.8.2018. https://www.ejog.org/article/S0301-2115(18)30954-0/fulltext DHZ

     

     

    Rubrik: Geburt