Gemeinsamer Bundesausschuss

Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft: Papier oder digital?

  • Versicherte müssen ab dem 1. Januar 2022 entscheiden, ob sie ihre Unterlagen - so auch Kinderuntersuchungsheft und Mutterpass - weiter in Papierversion oder digital führen lassen wollen.

  • Zum 1. Januar 2022 ist der Start der elektronischen Patientenakte (ePA) geplant. Ab diesem Tag sind Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft (Gelbes Heft) für gesetzlich Krankenversicherte auch über die ePA digital abrufbar.

    Versicherte müssen dann entscheiden, ob sie diese Unterlagen weiter in Papierversion oder digital führen lassen wollen, so zwei Beschlüsse des G-BA vom 16. September 2021. Eine »doppelte Buchführung« wird es indes nicht geben, um Fehler zu vermeiden und den Dokumentationsaufwand in den Praxen in Grenzen zu halten. Ein Wechsel bei schon laufender Dokumentation ist zwar grundsätzlich möglich, soll aber wegen der damit einhergehenden Unvollständigkeit der Hefte beziehungsweise der ePA vermieden werden. Ein Umstieg kann dann mit einer neu beginnenden Schwangerschaft (Mutterpass) oder einem neu geborenen Kind ab der U1 (Gelbes Heft) erfolgen.

    Hintergrund: Der Gesetzgeber hat die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) anzubieten. Ab dem 1. Januar 2022 muss sie flächendeckend in der Versorgung nutzbar sein. Die Beschlüsse treten nach Prüfung durch das Bundesminsterium für Gesundheit (BMG) und Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Januar 2022 in Kraft.

    Quelle: G-BA aktuell Nr. 7/2021, 2.11.2021 · DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 03.11.2021