Niedersachsen

Osnabrück demonstriert für den Erhalt der Hebammenversorgung

  • Lautstarke Proteste von Eltern und Hebammen lockten in Osnabrück viele Menschen auf die Straße.

  • Rund 500 Erwachsene und Kinder haben am 26. April in der Osnabrücker Innenstadt für den Erhalt der Hebammenversorgung demonstriert. Bei dem Protestmarsch, der von der „Initiative für Hebammenversorgung Osnabrück“ organisiert wurde (mit Unterstützung von Hebammenunterstützung.de) ging es vom Ledenhof zum Theatervorplatz. Eltern und Hebammen machten mit bunten Bannern und Plakaten lautstark auf die prekäre Situation der Hebammen aufmerksam.

    Aline Buczynski und Elsbe Stoltenberg, zwei Initiatorinnen, sprachen auf der Kundgebung am Ledenhof über die Forderungen der Initiative, wie zum Beispiel einem gesellschaftlich finanzierten Gesundheitsfonds und eine Haftungsobergrenze für Hebammen. Eva-Maria Müller-Markfort vom Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe (DfH) hinterfragte anschließend das Bild der Frau in der heutigen Gesellschaft und appellierte an die Rückbesinnung der weiblichen Stärke.

    Todesanzeigen, die entlang der Demonstrationsstrecke ausgebreitet wurden, erinnerten symbolisch an die bereits geschlossenen klinischen geburtshilflichen Einrichtungen und Geburtshäuser (Bramsche, Mettingen, Lengerich, Ostercappeln und Schledehausen) sowie die Hausgeburts- und Beleghebammen, die die Geburtshilfe aufgeben mussten. Auch auf die bedrohten Kreißsäle (Dissen, Ankum, Damme und Melle) wurde von der Moderatorin der Aktion, Mirjam Baumann, hingewiesen.

    Der Demonstrationszug wurde von der Percussion-Gruppe „Rhythms of Resistance“ stimmungsvoll unterstützt. Die Demonstration endete auf dem Theatervorplatz mit einer weiteren Rede der Initiative, in der der gesellschaftliche Umgang mit der Geburt und ihrer Risiken hinterfragt wurde. Der Text der Rede wurde von Schauspieler Reinhardt Gesse in Szene gesetzt und mit großen Transparenten untermalt. „Es steht in unser aller Verantwortung, wie die nächste Generation  geboren wird“, appellierte Gesse in einem Aufruf zu einer solidarischen Lösung an die Politik.

    (Presseinfo 03, 26.4.2014)

    Rubrik: Regionales

    Erscheinungsdatum: 13.05.2014