Neonatologie

Schnelle Geburt nach Uterusruptur

Vollständige Uterusrupturen sind selten, gehen aber häufig mit einem katastrophalen maternalen und neonatalen Outcome einher. Da Uterusrupturen als Folge vorausgegangener Sectiones weltweit zunehmen, wird es für die GeburtshelferInnen immer wichtiger zu wissen, mit welchem Outcome sie rechnen müssen.

In einer retrospektiven Studie der Daten des norwegischen Geburtenregisters wurden alle Fälle von kompletter Uterusruptur von 1967 bis 2008 erfasst. Das waren 244 Fälle bei 2,45 Millionen Geburten. In 44,7 % der Fälle waren die Neugeborenen gesund, 23 % mussten in die Neonatologie verlegt werden. Allerdings wurden 26,2 % tot geboren und 6,1% erlitten einen hypoxischen Hirnschaden. Die meisten verstorbenen Kinder (51,6 %) wurden zwischen 1967 und 1977 geboren und die wenigsten (15 %) zwischen 2000 und 2008. Uterusrupturen ohne vorausgegangene Uterusoperationen führten nicht häufiger zu intrapartalen Todesfällen bei den Kindern als bei Rupturen am vernarbten Uterus. Eine vorzeitige Plazentalösung und das im freien Bauchraum liegende Kind gingen mit dem höchsten Sterberisiko einher (OR 17,9 %).

Bei einer Zeitspanne von weniger als 20 Minuten bis zur Geburt des Kindes traten die geringsten Todesfälle auf (9,9 %; n= 6). Allerdings starben auch zwei Kinder, die in weniger als zehn Minutennach der Uterusruptur geboren wurden. Bei mehr als 30 Minuten bis zur Geburt des Kindes steigt das Risiko für den fetalen Tod um mehr als das 16-fache.

Auch wenn der intrapartale Tod nach Uterusruptur mit den Jahren immer seltener geworden ist, zählt im Fall einer Uterusruptur jede Minute.

Al-Zirqi I, Dalveit AK, Vangen S: Infant Outcome after Complete Uterine Rupture. AJOG im Druck 2018. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2018.04.010 DHZ

Rubrik: Geburt