Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend

Pille und Spirale für Frauen mit wenig Geld

In Deutschland können sich viele Frauen die Kosten für Pille, Spirale und Co. nicht leisten – das geht aus der Abschlussevaluation zum Modellprojekt „biko – Beratung, Information und Kostenübernahme bei Verhütung“ hervor, deren Ergebnisse Mitte September auf einer Fachtagung im Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vorgestellt wurden.

Mit dem vom BMFSFJ geförderten Projekt erprobte der pro familia Bundesverband e.V. an sieben Standorten (Erfurt, Halle, Lübeck, Ludwigsfelde, Recklinghausen, Saarbrücken und Wilhelmshaven) über einen Zeitraum von drei Jahren den Zugang zur Kostenübernahme verschreibungspflichtiger Verhütungsmittel für Frauen mit geringem Einkommen.

Während der Kernlaufzeit gab es insgesamt 6.104 Anfragen für Kostenübernahmen, davon konnten 4.480 bewilligt werden. Die Hälfte aller Frauen gab in der Evaluation- an, sie würden ohne die finanzielle Unterstützung durch „biko“ entweder gar nicht oder mit einer deutlich unsicheren Methode verhüten. Das entspricht auch den Ergebnissen der Sonderauswertung der Studie „frauen leben 3“ des Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts zu Geschlechterfragen. Mehr als die Hälfte der Frauen, die am Modellprojekt teilnahmen, entschied sich für Langzeitverhütungsmethoden, darunter die Hormonspirale und Kupferspirale. Etwas mehr als ein Viertel der Nutzerinnen erhielt eine erstmalige Kostenübernahme für die Pille.

Die Abschlussevaluation - auch als Kurzfassung – finden Sie unter > www.biko-verhuetung.de.

Quelle: BMFSFJ, 10.9.2019

Rubrik: Politik & Gesellschaft

Erscheinungsdatum: 11.09.2019