Studie aus Finnland

Präeklampsie der Mutter - mehr mentale Störungen bei den Kindern

  • Bei etwa bis 7 % aller Schwangeren kommt es zu einem Anstieg des Blutdrucks.

  • Bei bis zu 7 % aller Schwangeren kommt es zu einem Anstieg des Blutdrucks. Wenn eine EPH-Gestose (Edema Proteinuria Hypertension Gestosis) oder eine Präeklampsie hinzukommen, sind Gesundheit und Leben des Kindes gefährdet. In der Vergangenheit ist bereits eine Reihe von epidemiologischen Studien den möglichen Folgen der intrauterinen Wachstumsstörung auf die spätere Gesundheit des Kindes nachgegangen. Zu den diskutierten Folgen gehören eine im späteren Leben erhöhte Anfälligkeit auf eine koronare Herzkrankheit, einen Typ-2-Diabetes, Krebs, Osteoporose und verschiedene psychiatrische Erkrankungen.

    Ein Team um Marius Lahti-Pulkkinen von der Universität Helsinki hat untersucht, ob die Kinder häufiger unter mentalen Störungen wie Angst, Depressionen oder Verhaltens­störungen leiden. Grundlage der Untersuchung sind die Daten der PREDO-Studie („Prediction and Prevention of Preeclampsia and Intrauterine Growth Restriction“), die in Finnland 4.743 Mütter und ihre Kinder begleitet.

    Die Kinder wurden zwischen 2006 und 2010 geboren. Am 31. Dezember 2016 hatten sie ein Alter von 6,4 bis 10,8 Jahren erreicht. Wenn bei den Müttern in der Schwangerschaft ein erhöhter Blutdruck diagnostiziert worden war, erkrankten die Kinder häufiger an mentalen Störungen. Die Assoziation war dosisabhängig. Bei einer einfachen Präeklampsie stieg das Risiko der Kinder auf mentale Störungen um 66 %. Bei einer schweren Präeklampsie war das Risiko doppelt so hoch wie bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft einen normalen Blutdruck hatten. Wenn zu den hypertensiven Störungen weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, Fettleibigkeit oder ein Diabetes hinzukamen, war das Risiko auf mentale Störungen mehr als dreifach erhöht. Von den Kindern, deren Mütter keines der Risiken aufwies, erkrankten nur 6,6 %. Wenn alle drei Risikofaktoren vorlagen, waren 22,2 % der Kinder psychisch auffällig.

    Die Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht von Lahti-Pulkkinen die Notwendigkeit, hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft nach Möglichkeit vorzubeugen und einen erhöhten Blutdruck zu behandeln. Die Ergebnisse würden aber auch neues Licht auf die Ätiologie von psychischen Störungen im Kindesalter werfen, deren Ursachen offenbar häufig bis in die Zeit vor der Geburt zurückreichen.

    Quelle: Lahti-Pulkkinen M et al.: Maternal Hypertensive Pregnancy Disorders and Mental Disorders in Children. AHA Journals 2020. doi: https://doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.119.14140 · aerzteblatt.de, 21.4.2020 · DHZ

    Rubrik: Medizin & Wissenschaft

    Erscheinungsdatum: 23.04.2020