Metaanalyse

Rauchen in der Schwangerschaft hat Folgen für die kindliche Sehfähigkeit

Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, entwickeln häufiger einen Strabismus. Dies kam in einer Metaanalyse in Acta Ophthalmologica heraus. 

Der Strabismus ist die häufigste Augenerkrankung in der Kindheit. Unbehandelt führt sie meistens zu einer lebenslangen Sehschwäche. Neben genetischen Ursachen, die sich in einer familiären Häufung zeigen, werden Störungen in der Schwangerschaft als Auslöser vermutet. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht das Risiko auf einen Strabismus erhöhen. Auch Tabakrauchen, das eine Frühgeburt auslösen kann, wird seit Längerem als Risikofaktor diskutiert.

Ein Team um Zuxun Lu von der zentralchinesischen Technischen Universität in Wuhan hat jetzt die Ergebnisse von elf früheren Studien ausgewertet, darunter zwei aus Deutschland. Auf der Basis von 94.953 Kindern, davon 4.833 mit Strabismus, kommt Lu zu einem eindeutigen Ergebnis: Das Rauchen von Müttern während der Schwangerschaft war mit einem um 46 % erhöhten Risiko auf einen Strabismus verbunden. Die Odds Ratio von 1,46 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,32 bis 1,60 statistisch signifikant.

Das Risiko steigt bereits bei weniger als zehn Zigaretten am Tag um 17 % (OR 1,17; 1,06–1,29) und bei mehr als zehn Zigaretten am Tag um 79 % an (OR 1,79; 1,39–2,31). Eine solche Dosis-Wirkungs-Beziehung ist in epidemiologischen Studien immer ein Hinweis auf eine Kausalität, die allerdings nicht als erwiesen gelten kann. Es fehlen unter anderem genaue Vorstellungen zu den Mechanismen, über die die Schadstoffe aus dem Tabakrauch die Entwicklung der Sehkraft stören und die Achsenfehlstellung der Augen auslösen.

Quelle: Yang Y, Lu Z et al.: Maternal smoking during pregnancy and the risk of strabismus in offspring: a meta‐analysis. Acta Ophthalmologica 2018. doi.org/10.1111/aos.13953 aerzteblatt.de, 8.11.2018 DHZ