Frankreich

Regierung prüft Wirksamkeit von Homöopathie

  • Nach Einschätzung der Obersten Gesundheitsbehörde Frankreichs ist Homöopathie nicht ausreichend wirksam.

  • Die französische Regierung wird die Erstattung von Homöopathie durch die Krankenkassen streichen. Nach Einschätzung der Obersten Gesundheitsbehörde (HAS) des Landes sind homöopathische Mittel wissenschaftlich gesehen nicht ausreichend wirksam. Daher sei eine Erstattung nicht gerechtfertigt, teilte die Behörde bereits Ende Juni in einer Stellungnahme mit.

    Die derzeitige Erstattung von 30 Prozent der Kosten wird zunächst zum Jahreswechsel auf 15 Prozent abgesenkt, wie das französische Gesundheitsministerium am 9. Juli mitteilte. 2021 soll es dann gar keine Kostenübernahme mehr geben. Gesundheitsministerin Agnès Buzyn erklärte, die Übergangsphase solle sowohl den PatientInnen als auch der Industrie Zeit zur Vorbereitung geben. Der weltweit größte Hersteller homöopathischer Mittel, das Unternehmen Boiron, hat seinen Hauptsitz in Frankreich.

    Das Gesundheitsministerium hatte die HAS zuvor mit der Prüfung beauftragt. Buzyn hatte wiederholt erklärt, dass sie dem Rat der HAS für die endgültige Entscheidung folgen werde.

    Die Oberste Gesunheitsbehörde hatte nach eigenen Angaben neun Monate lang fast 1.200 homöopathische Arzneimittel untersucht und mehr als 1000 wissenschaftliche Publikationen analysiert. Am Ende kam die Behörde zu dem Ergebnis, dass eine Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden könne. Die HAS betonte außerdem, dass die Anwendung der Homöopathie bei schwerwiegenden fortschreitenden Krankheiten die medizinisch notwendige Behandlung nicht verzögern dürfe.

    Auch in Deutschland wird immer wieder über Homöopathie gestritten und darüber, ob die Allgemeinheit die Kosten für eine solche Behandlung tragen muss. Hierzulande ist Homöopathie zwar kein Bestandteil des gesetzlichen Leistungskatalogs der Krankenkassen, allerdings erstatten viele Kassen ihren Versicherten die Behandlungskosten, weil es eine entsprechende Nachfrage gibt.

    Quelle: dpa, 28.6.2019 spiegel online, 10.7.2019 DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 03.07.2019