Ultraschall versus Katheterisierung

Restharn nach der Geburt bestimmen

Wie genau ist die Beurteilung des Restharns nach der Geburt mittels Ultraschall im Vergleich zur Katheterisierung? Übermäßig große Restharnmengen kommen post partum regelmäßig vor. Sie bergen das Risiko, dass sich eine Entleerungsstörung manifestiert.

Ziel der Untersuchung war es, die Genauigkeit der Restharnmenge mittels Ultraschall der Messung per Katheter gegenüberzustellen. Für diese prospektive Beobachtungsstudie wurden zwischen 2012 und 2017 407 Frauen nach ihrem ersten spontanen Wasserlassen, mittels Ultraschall (BladderScan®) untersucht und unmittelbar danach katheterisiert. Damit konnten beide Messergebnisse unmittelbar verglichen werden.

Die durchschnittliche Restharnmenge nach dem ersten postpartalen Wasserlassen lag nach Ultraschall-Scan bei 380 ml und bei der Kontrolle mittels Katheterisierung bei 375 ml. Das bedeutet, die Differenz war minimal in einem klinisch nicht relevanten Bereich. Die Spezifität lag bei 85,4 % und die Sensitivität bei 85,6 %.


Es zeigt sich damit, dass die Untersuchung mit dem Blasenscanner (BVI 9400) genau und zuverlässig funktioniert und die Ultraschalluntersuchung dem Katheter vorzuziehen ist. Sollte sich dann eine große Restharnmenge (>150 ml) finden, muss die Blase mittels Katheter geleert werden. Aber es könnten viele unnötige, invasive Blasenentleerungen mit all ihren Nebenwirkungen vermieden werden, wenn man der Studie von Buchanan folgt („Volle Blase“. DHZ 5/2017).

Quelle: Mulder FM, Van der Velde S: Accuracy of postvoid residual volumes after vaginal delivery: a prospective equivalence study to compare an automatic scanning device with transurethral catheterization. Int Urogynecol J. 2018. Jun 27. Buchanan J, Beckman M: Postpartum voiding dysfunction: Identifying the risk factors. Australian and New Zealand Journal of Obstetrics and Gynaecology 2014. 54 : 41-45. DHZ

 

 

 

 

Rubrik: Geburt