Dyspareunie nach der ersten Geburt

Risikofaktoren: Stillen, Damm-Schmerzen, Erschöpfung und Stress

  • Bei Erstgebärenden können folgende Risikofaktoren mit Schmerzen beim Sex zusammenhängen: Stillen, Schmerzen im Bereich des Dammes, Erschöpfung und Stress.

  • In einer prospektiven amerikanischen Kohortenstudie aus Pennsylvania wurden postpartale Interviews mit Müttern ausgewertet. Die 2.748 Teilnehmerinnen wurden nach ihrem sexuellen Erleben ein halbes Jahr post partum befragt.

    Insgesamt 583 Frauen (21,2 %) gaben Beschwerden beim Sexualverkehr an. Etwa ein Drittel (31,5 %) der noch stillenden Mütter berichtete über Schmerzen beim Sex im Vergleich zu 12,7 % unter denjenigen, die nicht stillten (OR 2,89).

    Von den Frauen, die nach einem Monat post partum über starke oder mittlere Dammschmerzen klagten, hatten 32,5 % nach einem halben Jahr mit Dyspareunie zu kämpfen. Unter den Frauen, die nach einem Monat keine Schmerzen im Bereich des Dammes angaben, klagten nur 15,9 % über Schmerzen beim Sex (OR 2,45).

    28,3 % der Frauen, die bereits einen Monat post partum an Erschöpfung litten, gaben nach sechs Monaten an, Schmerzen beim Sex zu haben, im Vergleich zu 18 % der Frauen, die weniger erschöpft waren (OR 1,6). Ebenso verhielt es sich mit dem gefühlten Stress. Die Frauen, die bereits nach vier Wochen im oberen Drittel der Stressskala lagen, klagten signifikant häufiger über Dyspareunie als jene, die im unteren Dritten der Stressskala lagen (24,1 % vs. 15,6 %; OR 1,55).

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei Erstlingsmüttern folgende Risikofaktoren zu einer Dyspareunie führen können: Stillen, Schmerzen im Bereich des Dammes, Erschöpfung und Stress. Frauen sollten in der Wochenbettbetreuung darüber aufgeklärt werden, damit sie mit diesen Faktoren umgehen können.

    Quelle: Alligood-Percoco NR, Kjerulff KH, Repke JT: Risk Factors for Dyspareunia After First Childbirth. Obstet Gynecol. 2016. Sep; 128(3):512–8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27500349 DHZ

    Rubrik: Wochenbett