Randomisierte Studie aus Brasilien

Schmerzen nach vaginaler Geburt mit Eisbinden behandeln?

Ziel einer randomisierten Studie war es, die Effektivität der Kryotherapie zur perinealen Schmerzreduktion nach einer vaginalen Geburt und bei vaginalen Ödemen zu messen. In einem Krankenhaus im Nordosten Brasiliens wurden die Frauen nach der Geburt randomisiert und zwei Gruppen zugeordnet. Alle hatten ein Kind aus Schädellage am Geburtstermin geboren. Ausgeschlossen wurden Frauen mit einer Episiotomie bei dieser Geburt, mit früheren Geburtsverletzungen, nach instrumentellen Geburtsverletzungen, nach einer Kürettage oder einer Hämorrhagie. Die 40 Frauen der Interventionsgruppe erhielten sechs Mal Eisbinden für 20 Minuten, die die Temperatur auf der Haut auf 10 bis 15 °C herunterkühlten. Danach gab es eine Pause von jeweils 60 Minuten.

Die 40 Frauen der Kontrollgruppe erhielten einen Wasserbeutel in der gleichen Anwendungsform, nur dass der Wasserbeutel die Hauttemperatur nicht herunterkühlte. Die Temperatur auf dem Damm wurde jeweils direkt nach dem Entfernen der Eisbinde, nach 10 min und nach 20 min in beiden Gruppen gemessen. Es zeigten sich keine Unterschiede in den Schmerz-Scores und der Beurteilung der Ödeme in den ersten 24 Stunden nach der Geburt. Auch über die 24 Stunden hinaus zeigte sich mit dieser Therapie kein messbarer Unterschied. Die Kryotherapie reduzierte auch die Anwendung von Schmerzmitteln nicht signifikant.

Das heißt die Kryotherapie reduziert nach einer unkomplizierten Spontangeburt weder den Schmerz noch die Schwellung nachweisbar. Es reduziert auch die Menge der Schmerzmedikation nicht.

Quelle: Morais I, Lemos A et al. Perineal Pain Management with Cryotherapy after Vaginal Delivery: A Randomized Clinical Trial. Rev Bras Ginecol Obstet 2016. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27427867. 2016 Jul;38(7):325–32 ∙ DHZ

Rubrik: Wochenbett

Erscheinungsdatum: 14.10.2019