Systematisches Review

Wenn Schwangere schnarchen

  • Schnarchen beeinträchtigt nicht nur die Schlafqualität, sondern wirkt sich bei Schwangeren auch auf die Geburt aus.

  • Bei Nichtschwangeren ist das Schnarchen als Schlafstörung mit einem signifikanten Anstieg von Erkrankungen verbunden. Wie verbreitet das Schnarchen unter Schwangeren ist, ist unklar. Etliche Fälle werden möglicherweise nie diagnostiziert. Ein Review der australischen Universität Queensland hat nun untersucht, wie sich Schnarchen bei Schwangeren im Vergleich zu einer nichtschnarchenden Vergleichsgruppe auswirkt. Insgesamt entsprachen von 1.576 Studien letztlich 33 den Einschlusskriterien.

    Die schnarchenden Frauen waren im Schnitt älter und hatten einen höheren Body Mass Index (BMI) als die Vergleichsgruppe. Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Schnarchen und Frühgeburtlichkeit vor 37 Schwangerschaftswochen (OR 1,86) und einem niedrigen Geburtsgewicht der Kinder unter 2.500 g (OR 1,67). Die Frauen hatten seltener Spontangeburten (OR 0,66) und dafür mehr assistierte vaginale Geburten (OR 1,88) oder Sectiones (OR 1,81). Dabei war sowohl das Risiko für eine primäre Sectio höher (OR 1,38) als auch das Risiko für sekundäre Sectiones (OR 2,52), das sogar mehr als doppelt so hoch war. Zusätzlich erhöht zeigte sich das Risiko für perinatale Todesfälle und Totgeburten (OR 2,02) sowie für eine Verlegung der Neugeborenen in eine Kinderklinik (OR 1,9).

    Das bedeutet, dass Schnarchen sich sowohl auf die Geburt, als auch auf das Ungeborene auswirkt. Schwangere sollten danach gefragt und über Lösungen beraten werden.

    Quelle: Brown NT, Turner JM, Kumar S: The intrapartum and perinatal risks of sleep-disordered breathing in pregnancy: a systematic review and metaanalysis. AJOG in press 2018. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2018.02.004 DHZ