Hebammenverband Niedersachsen

Schneller Aufbau von Studienplätzen gefordert

Der Hebammenverband Niedersachsen fordert die zügige Umsetzung einer EU-Richtlinie, nach der Hebammen über ein Studium ausgebildet werden sollen.

Der Hebammenverband verspricht sich durch die Reform künftig mehr Nachwuchskräfte. Diese werden (nicht nur) in Niedersachsen dringend gebraucht: Knapp ein Drittel der Leistungen, auf die Schwangere Anspruch hätten, könnten ihnen im Schnitt nicht angeboten werden. Die Situation werde sich noch zuspitzen, sagte Verbandsvorsitzende Veronika Bujny. Etwa 25 Prozent der rund 2.300 Hebammen in Niedersachsen gehen in den kommenden acht Jahren in Rente. Diese Frauen arbeiteten jetzt Vollzeit, betonte die Verbandschefin. Das System drohe zusammenzubrechen.

In Niedersachsen und Bremen gibt es bisher nur wenige Studienplätze. Die Hochschule Osnabrück bietet einen Bachelor-Studiengang der Hebammenwissenschaft an – mit 45 Anfängerplätzen. Auch die Hochschule Bremen möchte ab 2020/21 einen Hebammen-Studiengang anbieten. Qualifizierte können einen Masterstudiengang für Hebammenwissenschaft an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) absolvieren.

Eine schrittweise Erhöhung der Ausbildungskapazitäten auch im Hochschulbereich ist aus Sicht der Landesregierung sinnvoll, teilte das Wissenschaftsministerium in Hannover mit. Ein Runder Tisch zur Hebammenversorgung soll noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen.

Quelle: dpa, 8.8.2018