Randomisierte Studie aus Spanien

Schwimmen als Prävention für Geburtsverletzungen

  • Frauen, die Wassergymnastik betreiben, können signifikant häufiger ohne Geburtsverletzungen gebären.

  • Es ist bereits belegt, dass präpartales Beckenbodentraining zu geringeren Geburtsverletzungen führt. Für eine randomisierte Studie eines Gesundheitszentrums in Granada, Spanien, wurden 129 Schwangere in zwei Gruppen geteilt. 65 Frauen nahmen an einem speziell für Schwangere entwickelten Wassergymnastikprogramm teil, 64 Frauen bildeten die Kontrollgruppe.

    Alle Frauen erhielten eine normale Schwangerenvorsorge. Die Frauen der Interventionsgruppe nahmen drei Mal in der Woche am Schwangerenschwimmen teil, welches von einer der Forscherinnen geleitet wurde. Bei der Untersuchung der Frauen nach der Geburt zeigte sich, dass die Frauen der Wassergymnastik-Gruppe signifikant häufiger einen intakten Damm aufwiesen als die Frauen der Kontrollgruppe (OR 13,5). Auch nach der Bereinigung der Daten bezüglich des Kindsgewichts und geburtshilflichen Interventionen blieb der Effekt bestehen (OR 8,6). Das maternale Gewicht zeigte keinen Zusammenhang mit den Geburtsverletzungen (OR 1,07). Für Frauen, die bereits geboren hatten und an dem Gymnastikprogramm teilnahmen, verstärkte sich der Effekt des intakten Dammes jedoch noch weiter (OR 10,2).

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frauen, die an diesem Wassergymnastikprogramm teilnahmen, signifikant häufiger ohne Geburtsverletzungen gebären konnten. Der Vorteil des Wassersportprogramms ist außerdem, dass Frauen jeder Statur mitmachen können, da der Wasserdruck das gefühlte Gewicht auf ein Sechstel reduziert.

    Quelle: Rodriguez-Blanque R et al.: Randomized Clinical Trial of an Aquatic Physical Exercise Program During Pregnancy. JOGNN 2019. https://www.jognn.org/article/S0884-2175(19)30030-9/fulltext DHZ