Menstruationstassen

Sicher und umweltschonend

  • Menstruationstassen gelten der Studienlage nach als sicher und können auf Dauer die Umwelt schonen.

  • Erstmals zeigt ein wissenschaftlicher Review, dass Menstruationstassen sicher anzuwenden und ebenso effektiv sind wie Tampons und Binden. Rund 70 % der Frauen, die sich an die Verwendung von Menstruationstassen gewöhnt hätten, wollten sie auch weiterhin benutzen, heißt es in einem Bericht in Lancet Public Health.

    Allerdings ist vielen Mädchen und Frauen gar nicht bewusst, dass es neben Binden und Tampons die Möglichkeit gibt, eine Menstruationstasse zu verwenden, wie der systematische Review von 43 Studien mit insgesamt 3.300 Teilnehmerinnen zeigt. In 3 Studien aus Ländern mit hohem Einkommen hätten nur 11 bis 33 % der Mädchen und Frauen über Menstruationstassen Bescheid gewusst, berichten die AutorInnen um Anna Maria van Eijk vom Department of Clinical Sciences der Liverpool School of Tropical Medicine, Großbritannien.

    Der Auslaufschutz ist für Mädchen und Frauen eines der wichtigsten Kriterien: Insgesamt 4 Studien mit 293 Teilnehmerinnen verglichen den Auslaufschutz verschiedener Monatshygieneprodukte. Und es zeigte sich, dass Menstruationstassen den gleichen Schutz bieten wie Binden oder Tampons – in einer Studie schnitten die Tassen sogar besser ab. Auch hinsichtlich der Sicherheit von Menstruationstassen kommt der Review zu einem positiven Ergebnis: Es zeigte sich kein erhöhtes Risiko für Infektionen im Zusammenhang mit der Verwendung von Menstruationstassen.

    In 4 Studien mit insgesamt 507 Frauen hatten Menstruationstassen keinen negativen Effekt auf die Vaginalflora. Und in Studien, in denen Vagina und Zervix nachuntersucht wurden, fanden sich keine Gewebeverletzungen durch die Verwendung von Menstruationstassen.

    Ob und wie häufig Schwierigkeiten beim Entfernen der Menstruationstassen auftreten, erwies sich als abhängig von der Art der Menstruationstassen. Einige Frauen verwendeten die Menstruationstassen in Kombination mit einer Spirale. In 13 Fällen führte die Entfernung der Menstruationstasse zum Verrutschen der Spirale. Die AutorInnen weisen deshalb darauf hin, dass die gleichzeitige Verwendung einer Spirale und einer Menstruationstasse weiter erforscht werden müsse.

    Als ein großer Vorteil von Menstruationstassen gelten auch die potenziellen Einsparungen sowohl bei den Kosten als auch bei der Müllerzeugung. Vorläufige Evidenz deute darauf hin, dass eine Menstruationstasse über zehn Jahre – die maximale Verwendungsdauer – sehr viel weniger koste als Binden oder Tampons. Und auch der Plastikmüll könnte reduziert werden. Über 10 Jahre verursache eine Menstruationstasse nur 0,4 % des Plastikmülls von Einwegbinden oder 6 % von Tampons.

    Die Menstruation kann den Schulbesuch von Mädchen oder die berufliche Tätigkeit von Frauen einschränken. Sie kann das Risiko für urogenitale Infektionen erhöhen, wenn qualitativ schlechte Hygieneprodukte verwendet werden. Und in ärmeren Ländern könne sie Mädchen gar zum Ziel von sexueller Gewalt und Nötigung machen, wenn sie nicht das Geld hätten, um sich Hygieneprodukte zu kaufen, so die WissenschaftlerInnen. Deshalb sei es entscheidend, dass politische Entscheidungsträger wüssten, welche Hygieneprodukte sie in Förderprogramme und Aufklärungsmaterialien zur Menstruationsgesundheit einschließen sollten.

    Quelle: van Eijk A M et al.: Menstrual cup use, leakage, acceptability, safety, and availability: a systematic review and meta-analysis. The Lancet public health 2019. 10.1016/S2468-2667(19)30111-2 ∙ deutsches aerzteblatt.de ∙ DHZ

     

    Rubrik: Medizin & Wissenschaft

    Erscheinungsdatum: 22.07.2019