Hessen

Soforthilfe nach Vergewaltigung

  • Sieben Frankfurter Krankenhäuser bieten seit Anfang 2013 eine medizinische Akutversorgung für vergewaltigte Frauen.

  • Seit Anfang 2013 bieten sieben Frankfurter Krankenhäuser eine medizinische Akutversorgung nach Vergewaltigung ohne polizeiliche Anzeige an. Der Hintergrund: Die Wege für Frauen und Männer, die nach einer Vergewaltigung bei der Polizei Anzeige erstatten, sind nach Informationen des Frauennotrufs Frankfurt bundesweit etabliert: Bei einer zeitnahen Anzeige können Betroffene im Auftrag der Polizei in einem Krankenhaus medizinisch versorgt, die gerichtsmedizinisch verwertbaren Befunde gesichert werden.

    Für viele Betroffene kommt eine Anzeigeerstattung jedoch zunächst nicht in Betracht – sie sind traumatisiert, fühlen sich oftmals nicht in der Lage sich an die Polizei zu wenden. Betroffene, die eine medizinische Versorgung sowie eine Befundsicherung ohne vorausgegangene Anzeige wünschen, müssen zahlreiche Hürden überwinden.

    Immer wieder komme es vor, dass Betroffene keinen Arzt finden oder in der Klinik mit unzureichenden Argumenten abgewiesen werden, kritisiert der Frankfurter Frauennotruf. Alle Betroffenen sollten nach einer Vergewaltigung Zugang zur bestmöglichen medizinischen Versorgung haben – unabhängig davon, ob sie Anzeige erstatten oder nicht. Dem Frankfurter Frauennotruf ist es in Zusammenarbeit mit zahlreichen städtischen Ämtern, Frankfurter Kliniken und dem Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt gelungen, diese Versorgungslücke zu schließen. Im Rahmen einer Fachtagung, die am 2. April im Haus am Dom (Domplatz 3) in Frankfurt stattfindet, sollen das Modell sowie die Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit vorgestellt werden. Angesprochen sind Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen und aus Politik, Verwaltung, Gleichstellungsstellen, Beratungseinrichtungen etc.

    (Ärztliche Praxis Gynäkologie, 13.2.2014; DHZ 3/2014)

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 01.03.2014