Vergütete Zwei-Wochen-Auszeit post partum

Sofortige Einführung der Familienstartzeit gefordert

  • Die zunächst als »Väterauszeit« bekanntgewordene Regelung, die inzwischen auch »Familienstartzeit« genannt wird, soll Eltern nach der Geburt eines Kindes mehr gemeinsame Zeit verschaffen – ohne dass sich Väter extra Urlaub nehmen oder Elternzeit beantragen müssen.

  • Mehrere Verbände und Unternehmen fordern die Bundesregierung auf, die vergütete Zwei-Wochen-Auszeit nach der Geburt eines Kindes wie versprochen einzuführen. In einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und mehrere Kabinettsmitglieder, darunter Familienministerin Lisa Paus (Grüne), dringen die 30 Unterzeichner:innen darauf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Familienstartzeit endlich umzusetzen.

    »Bringen Sie die angekündigte Familienstartzeit endlich auf den Weg, damit diese wichtige gleichstellungs- und familienpolitische Maßnahme noch in diesem Jahr in Kraft treten kann!«, heißt es in dem am 6. Juni veröffentlichten Schreiben. Die bezahlte Freistellung stärke »die Bindung des zweiten Elternteils zum neugeborenen Kind« und unterstütze »eine aktive Rolle der Väter bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder von Anfang an«. Zu den Unterzeichner:innen zählen die Firma Henkel, der Verband Berufstätiger Mütter sowie der Sozialverband Deutschland.

    Die Umsetzung des Vorhabens der Ampel-Regierung kommt bislang nicht voran. Die zunächst als »Väterauszeit« bekanntgewordene Regelung, die inzwischen auch »Familienstartzeit« genannt wird, soll Eltern nach der Geburt eines Kindes mehr gemeinsame Zeit verschaffen – ohne dass sich Väter extra Urlaub nehmen oder Elternzeit beantragen müssen.

    Bis zuletzt war die Frage der Finanzierung des Vorhabens der entscheidende Knackpunkt. Aus Koalitionskreisen war zu hören, dass das Familienministerium eine Finanzierung über die schon bestehenden Strukturen des Mutterschutzgesetzes anstrebt. Unternehmen würden so nur minimal mehr belastet, hieß es dazu. Der Arbeitgeberverband BDA lehnt dagegen jegliche Mehrbelastung für Unternehmen ab.

    Bundesfamilienministerin Paus erklärte, dass sie die Initiative der Verbände und Unternehmen unterstütze. »Die Familienstartzeit ist ein wichtiges Vorhaben. Der offene Brief macht deutlich, dass die Familienstartzeit nicht nur für junge Eltern, sondern auch für Unternehmen einen echten Mehrwert schaffen kann«, erklärte sie. Eine Aussage dazu, wann die Bundesregierung die Auszeit einführen werde, traf die Ministerin zunächst nicht.

    Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Sönke Rix, warb für eine schnelle Umsetzung. »Wer dieses Projekt verzögert, blockiert damit vor allem Familien bei ihrer Lebensplanung«.

    Quelle: dpa, 6.6.2024 · DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 11.06.2024