Systematisches Review

Mehr Muttermilch für Frühgeborene durch Domperidon?

  • Damit Mütter von Frühgeborenen genug Milch zum Stillen haben, bekommen sie häufig Domperidon, das ihren Prolaktinspiegel erhöht.

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    Systematisches RevieMütter von Frühgeborenen haben es oftmals schwer, genügend Milch für ihre Kinder zu produzieren. Um die Menge zu steigern, wird häufig Domperidon eingesetzt, ein Antiemetikum aus der Gruppe der Dopamin-Antagonisten. Domperidon erhöht den Prolaktinspiegel, steht aber im Verdacht, ventrikuläre Arrhythmien auszulösen.

    Mit einem Review, erschienen im britischen Ärzteblatt, werden nun Effektivität und Sicherheit dieser Anwendung beurteilt. Alle randomisierten Studien bis 2017, die den Einsatz von Domperidon im Vergleich zu einem Placebo bei Müttern von Frühgeborenem (< 37 SSW) einsetzten, wurden zusammengetragen. Die Daten von 194 Frauen aus fünf Studien konnten ausgewertet werden. Die Anwendung von Domperidon zeigte einen moderaten Anstieg der Milchproduktion um 88,3 ml/Tag im Vergleich zu einem Placebo.

    Es zeigten sich keine Unterschiede bei den unerwünschten Nebenwirkungen bei den Müttern (OR 1,05) und keine Fälle von plötzlichem Herztod.

    Das bedeutet, dass Domperidon – Handelsname Motilium – gut verträglich ist. Es führt bei kurzfristiger Anwendung zu einem moderaten Anstieg der Milchproduktion bei Müttern von Frühgeborenen, die vorher zu wenig Milch geben konnten.

    Quelle: Grzeskowiak LE, Smithers LG et al.: Domperidone for increasing breast milk volume in mothers expressing breast milk for their preterm infants: a systematic review and meta‐analysis.BJOG. 27.3.18. https://doi.org/10.1111/1471-0528.15177 ∙ DHZ