Studie in Lancet

Übergewicht erhöht das Krebsrisiko

Übergewicht als eine der Ursachen von Stoffwechselerkrankungen und orthopädischen Problemen ist den meisten Menschen geläufig. Doch der Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und Krebserkrankungen wird möglicherweise stark unterschätzt. „Dabei besteht eine deutliche Korrelation zwischen Übergewicht und Krebsrisiko, die wissenschaftlich sehr gut belegt ist“, so Jan Steffen Jürgensen, Vorstandschef des Klinikums Stuttgart. Das im Fettgewebe gebildete Hormon Leptin, das in Stoffwechselprozesse eingreift, gelte als einer der begünstigenden Faktoren für das Entstehen von Tumoren.

Neben Rauchen sei Übergewicht eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen von Krebs, betonte der Internist. Eine Langzeitstudie mit über fünf Millionen Menschen, die britische ForscherInnen 2014 in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten, zeigte beispielsweise bei 17 von 22 Tumorarten eine Korrelation mit Übergewicht. Dies gilt auch für die vergleichsweise häufigen Krankheiten Brust- und Darmkrebs.

Die Studie habe auch gezeigt, dass je ausgeprägter das Übergewicht, desto höher das Krebsrisiko.

Nach einer Mitteilung der DAK-Gesundheit vom 30. Oktober ist der Bevölkerung diese Gesundheitsgefahr aber in weiten Teilen unbekannt. Bei einer Umfrage in Baden-Württemberg im Auftrag der Krankenkasse sahen nur 12 % der über 1.000 Befragten ein stark erhöhtes, 28 % jedoch kein Risiko im Zusammenhang mit krankhaftem Übergewicht. Als die entscheidenden Präventivmaßnahmen nannte Jürgensen Bewegung und gesunde Ernährung.

Quelle: dpa, 30.10.2019 · DHZ

 

Rubrik: Medizin & Wissenschaft

Erscheinungsdatum: 30.10.2019