Kaiserschnitt

Übergewicht ist ein unabhängiger Risikofaktor für eine Sectio

  • Ein Body Mass Index über 30 steigert das Risiko für eine geplante Sectio um 77 % und verdoppelt es für eine akute Sectio.

  • Übergewicht ist in der Schwangerschaft verbunden mit Komplikationen wie Gestationsdiabetes, Hypertonus, Makrosomie des Kindes und Dammverletzungen. Ziel dieser norwegischen Studie war es herauszuarbeiten, ob sich der maternale Body Mass Index (BMI) bei Frauen mit Einlingsschwangerschaften in Schädellage, > 36. Schwangerschaftswochen und mit nicht mehr als einer vorausgegangenen Sectio auf den Geburtsmodus auswirkt. Dafür wurden die Daten von 8.821 Frauen ausgewertet, die zwischen 2011 und 2012 am Ullevål Universitätskrankenhaus in Oslo ihr Kind geboren hatten. Die Frauen wurden in fünf BMI-Gruppen, nach Parität und Status nach Sectio eingeteilt. Der Geburtsmodus wurde nach Spontanpartus, instrumenteller Geburtsbeendigung, geplanter Sectio und akuter Sectio unterschieden.

    Dabei zeigte sich, dass die Notwendigkeit einer akuten Sectio mit steigendem BMI gehäuft auftrat. Unter den Erstgebärenden mit Übergewicht (23,2 %) oder Adipositas (29,1 %) war die Sectiorate doppelt so hoch verglichen mit Frauen mit normalem (13,7 %) oder Untergewicht (12,5 %). Bei den Mehrgebärenden verdoppelte ein BMI > 30 das Risiko für eine Sectio. Der größte Risikofaktor für eine Sectio war aber ein Status nach vorausgegangener Sectio (aOR 16,4).

    Ein BMI > 30 steigert das Risiko für eine geplante Sectio um 77 % und verdoppelt es für eine akute Sectio. Das bedeutet, dass ein Vorschwangerschafts-BMI von > 30 einen unabhängigen Risikofaktor für die Geburt per akuter Sectio darstellt, sowohl für Erstgebärende als auch für Mehrgebärende.

    Quelle: Pettersen-Dahl A et al.: Maternal body mass index as a predictor for delivery method. AOGS. 97(2): 212-218. 2018. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29164597 DHZ

    Rubrik: Geburt